Mindestlohn? Nein Danke!
15.04.2014 - Ulrich Giezendanner

Mindestlohn? Nein Danke!

Ein Mindestlohn für die ganze Schweiz ist ein gewerkschaftliches Hirngespinst, das nur Schaden anrichten wird. Ich spreche dabei aus der Praxis: Als Unternehmer mit eigener Fuhrhalterei wäre ich gezwungen, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Dies kann nicht im Sinne der Initianten sein.

Ein Mindestlohn für die ganze Schweiz ist ein gewerkschaftliches Hirngespinst, das nur Schaden anrichten wird. Ich spreche dabei aus der Praxis: Als Unternehmer mit eigener Fuhrhalterei wäre ich gezwungen, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. Dies kann nicht im Sinne der Initianten sein.

In unserem Firmensitz in Rothrist arbeiten wir ohne Gesamtarbeitsvertrag. Wir bezahlen unsere geschätzten Mitarbeiter dabei nach deren Leistung und haben trotzdem, oder gerade deshalb, praktisch keine Personalprobleme.

Sie haben richtig gelesen, bei uns ist ein mittelmässiger Fahrer nicht gleich bezahlt wie der Starchauffeur. Auch ein Lehrling, der frisch von der Lehre kommt, erhält bei uns keinen vom Staat festgelegten Mindestlohn. Er muss sich zuerst beweisen, um dann besser zu verdienen als Angestellte ohne Ausbildung. Denn unsere Löhne sind selbstverständlich immer mit Ausbildung, Leistung und der Übernahme von Verantwortung verbunden.

Obschon unser Unternehmen international tätig ist, sind rund 70 Prozent unserer Fahrzeuge in der Schweiz immatrikuliert. Das heisst, dass wir die Fahrzeugsteuern in der Schweiz bezahlen. Und auch unsere Werkstätten betreiben wir hier. Fahrzeuge werden im internationalen Verkehr aber oft von Grenzgängern gefahren. Wir stehen daher in internationaler Konkurrenz. Diese stammt oft aus Ostländern. In Bulgarien oder in Rumänien wird ein guter Fahrer mit ca. 600 Euro pro Monat bezahlt. Diese Fahrzeuge verkehren in der EU und auch von und in die Schweiz.
Sollten wir für alle unsere internationalen Fahrer den Mindestlohn bezahlen müssen, wäre das erstens ungerecht, weil die Lebenshaltungskosten im Elsass oder im süddeutschen Raum nicht vergleichbar mit den Kosten in der Schweiz sind, zweitens könnten wir auf gar keinen Fall mit den genannten Unternehmen aus dem Osten konkurrieren.

Die Folgen sind klar: Ausflaggen mit den Fahrzeugen ins Ausland, d.h. in der Schweiz würden massiv Arbeitsplätze verloren gehen. Auch unser Betrieb wäre gezwungen, in der Schweiz Arbeitsplätze abzubauen.

An diesem konkreten Beispiel sieht man, dass diese Initiative von Gewerkschaftstheoretikern entworfen wurde, welche die Realität nicht kennen. Sie ist arbeitnehmerfeindlich und in meinen Augen ein reiner Profilierungsversuch einiger Politiker. Ich empfehle den Gewerkschaften, für einmal über den Tellerrand, respektive über die Landesgrenzen hinaus zu schauen, beispielsweise nach Frankreich. Dieses Land hat bereits einen flächendeckenden Mindestlohn. Die Arbeitslosigkeit - besonders unter den Jugendlichen - ist rund dreimal so hoch wie bei uns.

Solche Zustände wünsche ich mir nicht in der Schweiz. Als Unternehmer mit Bezug zu unserem Land sage ich deshalb Nein zur sozialistischen Mindestlohn-Initiative!