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Eckpfeiler der Schul- und Bildungspolitik der SVP

Als Ergebnis von drei Jahren intensiver Arbeit in Arbeitsgruppen, in Diskussionsteams und in Fachgruppen legte die SVP nun an einem Sonderparteitag am 23. Oktober in Liestal (BL) ein Papier zur…

Als Ergebnis von drei Jahren intensiver Arbeit in Arbeitsgruppen, in Diskussionsteams und in Fachgruppen legte die SVP nun an einem Sonderparteitag am 23. Oktober in Liestal (BL) ein Papier zur Volksschule vor. Es herrscht Handlungsbedarf: Die Probleme der durch Reformitis geplagten Schule sind gross und müssen endlich angepackt werden. Das Grundlagenpapier der SVP weist den Weg für eine Schule, die sich an Qualität und Leistung statt an Gleichmacherei und Zentralisierung orientiert.

Die SVP hat einen Forderungskatalog für eine von Qualität geprägte Schule erarbeitet. Ich möchte Ihnen die wichtigsten Punkte aufzeigen.

Volksschule dem Souverän unterstellen
Aus Sicht der SVP soll die Schweizer Volksschule dem Souverän unterstellt bleiben. Bildungspolitische Prozesse müssen demokratisch kontrolliert werden, so dass die Schweizer Schulpolitik vom Volk und nicht von Bildungsbürokraten bestimmt wird. Die SVP lehnt die Europäisierung des Schweizer Bildungswesens ab. Weiter ist die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) der demokratischen Kontrolle zu unterstellen. Die EDK ist keine Verfassungsinstitution und hat keinen demokratisch gerechtfertigten Auftrag.

Lehrplan 21
Als weitere wichtige Forderung der SVP stellt sich die Ablehnung der Grundlagen und Entwürfe für den „Lehrplan 21″ dar. Der „Lehrplan 21″ hat keinen Auftrag durch das Schweizer Volk erhalten und kann von ihm auch nicht per Referendum abgelehnt werden. Ein verbindlicher Volksschullehrplan ist nur dann von Nutzen, wenn messbare Leistungsziele festgelegt werden – nicht aber die Gleichschaltung der Unterrichtsgestaltung und der damit verbundene Ausbau der Bürokratie.

Erziehung der Kinder
Die SVP sieht die Verantwortung für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen klar bei den Eltern. Die Volksschule übernimmt die Verantwortung
für die Ausbildung, sie ist jedoch kein Ort der Nacherziehung. Ebenfalls muss die Verwischung der Verantwortlichkeiten zwischen Lehrkräften, Sozialarbeitern, Psychologen und Behörden gestoppt werden. Die Arbeit der Lehrer muss dringend vom erdrückenden Bürokratismus entschlackt und befreit werden, damit wieder Zeit für das Unterrichten bleibt. Leistungsbereitschaft, Disziplin und Ordnung als Voraussetzungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens müssen in der Schule gestärkt werden.

Mundart
Ein weiteres wichtiges Anliegen der SVP ist das Mundart-Sprechen im Kindergarten. Die Volksschule hat allen Schülern die Mundart und später den korrekten Gebrauch der Schriftsprache in Wort und Schrift zu vermitteln. Schüler, die mangels Sprachkenntnissen dem Unterricht nicht zu folgen vermögen, sind ausserhalb der Klasse gesondert zu unterrichten. Weiter sind jegliche Schulleistungen zu benoten, denn jede Leistungsbeurteilung muss für Aussenstehende (besonders für die Eltern) verständlich sein.

Integrativer Unterricht
Der «integrative Unterricht» ist ein falsches Konzept. Für schwächer begabte, auch für behinderte Kinder, bleiben Sonderklassen und Sonderschulen jene Institutionen, wo ihre bestmögliche Förderung garantiert werden kann. Schüler, die Regelklassen zugeteilt werden, müssen dem Unterricht ohne Einzelbetreuung folgen können. Für verhaltensgestörte Jugendliche insbesondere der Oberstufe sind Sonderklassen zu führen.

Wenn Erziehung (die schulische wie auch die der Eltern) gelingen soll, müssen sich Schülerinnen und Schüler an Persönlichkeiten orientieren können. Junge Menschen verlangen nach Orientierung, welche ihnen nur Persönlichkeiten vermitteln können. Persönlichkeiten, die für sie Verantwortung übernehmen, deren Engagement die jungen Menschen spüren. Ziel der Erziehung ist es, dass Kinder zu verantwortungsbewusstem Leben in einem demokratisch aufgebauten, freiheitlichen Staat befähigt werden.

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Ulrich Schlüer
SVP Nationalrat (ZH)
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