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Editorial

Gut gibt es die Schweizer Armee

In diesen Tagen zeigt sich, dass der Sonderfall Schweiz auch in Bezug auf die Armee ein Erfolgsmodell ist. Die EU hingegen ist keines. Schweizerinnen und Schweizer ziehen in der Krise an einem Strang in dieselbe Richtung, sei es als Mitarbeitende in Produktion, Versorgung und Pflege, oder auch als Angehörige von Armee und Zivilschutz.

In den vergangenen Jahren wurden Armee und Zivilschutz immer stärker hinterfragt und die finanziellen Mittel auf ein Minimum gekürzt. Standorte und Infrastruktur wurden abgebaut. Die Strukturen sowie die Abläufe wurden als veraltet verunglimpft. Dienst zu tun sei unnötig und nur hinderlich für die Wirtschaft. Die GsoA rieb sich die Hände, denn es gab sogar Bürgerliche, welche der Forderung nach einer Abschaffung der Armee kaum mehr Widerstand entgegenbringen konnten. Die grossen Probleme der Welt würden sich nicht mit der Armee lösen lassen, hiess es. Konflikte gäbe es in Europa ohnehin keine mehr – die Ukraine lässt grüssen.

Und plötzlich ist die Armee gefragt

Nun sieht plötzlich alles ganz anders aus: Auf einen Schlag ist klar, wie wichtig eine Armee, als einzige Reserve des Bundes sein kann und wie gross der Beitrag auch in einer medizinischen Notsituation ist. Armee und Zivilschutz tragen aktuell überall dazu bei, dass genügend Betten zur Verfügung stehen würden, falls es zu einem grösseren Corona-Ausbruch kommt. Sie sorgen für die Überbrückung der personellen Engpässe im Gesundheitswesen ebenso wie an der Grenze, denn plötzlich ist auch die Grenzkontrolle wieder Thema. Noch bis vor Kurzem war dies undenkbar. Es hiess, ein Virus mache vor dem Schlagbaum nicht Halt. Das stimmt, ein Virus nicht, aber der Mensch, welcher den Virus in sich trägt. Alle Länder haben dies erkannt und die Einreisen eingeschränkt. Was noch vor drei Monaten als no-go abgetan wurde, ist nun Realität. Auch gelagertes Material, das schon fast entsorgt worden wäre wie alte Schutzmasken, ist nun plötzlich hilfreich.

Man könnte nun die Schuldigen suchen und mit dem Finger auf sie zeigen. Wichtiger ist aber, aus der aktuellen Situation die Lehren für die Zukunft zu ziehen: Die Schweiz tut gut daran, auf die sich nun in der Krise bewährenden Kräfte zu setzen, indem die Armee und ihre Standorte nicht weiter abgebaut werden. Aber auch die Produktion im eigenen Land ist künftig sicherzustellen, auch in Bezug auf medizinisches Material, Nahrungsmittel und Energie.

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