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Editorial

Helfen ja – aber nicht auf Kosten unserer Kinder

Bundesrätin Karin Keller-Sutter rechnet damit, dass die Schweiz bis Juni 50’000 Kriegsvertriebene – es handelt sich vor allem um Frauen und Kinder – aus der Ukraine aufnimmt. Obwohl der Schutzstatus S klar auf eine Rückkehr ins Heimatland ausgerichtet ist, sollen die Kriegsvertriebenen integriert werden. Die Umsetzung obliegt den Kantonen und Gemeinden. Wie so oft im Asyl- und Migrationsbereich müssen diese die Suppe auslöffeln, die ihnen der Bund eingebrockt hat.

„Einfach mit gutem Willen können wir diese Krise nicht stemmen.“ Vor dem Hintergrund, dass der Bund allein bis im Juni mit der Aufnahme von 50’000 ukrainischen Kriegsvertriebenen rechnet, kommt die Aussage der Aargauer Lehrerpräsidentin Kathrin Scholl einem Hilferuf gleich. Ob er in Bern gehört wird, ist allerdings zu bezweifeln. Bundesrätin Karin Keller-Sutter verspricht den Kriegsvertriebenen vollmundig eine «unbürokratische» Aufnahme – Integration inklusive. Den Behörden mancher Gemeinden dürfte diese Ankündigung Keller-Sutters allzu bekannt vorkommen: Denn die äusserst grosszügige Aufnahmepraxis von Wirtschaftsmigranten aus allen Herren Ländern sorgt bereits heute für explodierende Sozialkosten und überlastete Schulen.

Gerade auf die Schulen kommt im Fall der Kriegsvertriebenen aus der Ukraine einiges zu. Sie müssen von einem Tag auf den anderen Tausende schulpflichtige Kinder und Jugendliche aufnehmen, die weder unser Alphabet noch eine unserer Landessprachen beherrschen. Zudem dürften viele dieser ukrainischen Kinder traumatisiert sein.

In Bern glaubt Bundesrätin Keller-Sutter, dass dies locker zu bewältigen ist: In der Flüchtlingskrise 2015 seien Tausende Syrerinnen und Syrer in die Schweiz gekommen, sagt sie. Die Schulen könnten auf diese Erfahrungen aufbauen und seien gerüstet. Doch der Vergleich ist unredlich: 2015 kamen lediglich 1300 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren in die Schweiz. Jetzt sind es wahrscheinlich Zehntausende, die die Schweizer Schulen aufnehmen müssen.

Die Bildungs-Qualität leidet noch mehr

Viele Schulen sind bereits heute durch die masslose Zuwanderung und den integrativen Unterricht am Anschlag. Klassen, in denen bis zu 80 Prozent der Kinder keine unserer Landessprachen sprechen, sind keine Seltenheit. Auch kulturelle Barrieren erschweren zunehmend den Unterricht und sind sowohl für die Lehrkräfte als auch für die Kinder gelinde gesagt eine Herausforderung. Das Resultat von Bundesrätin Keller-Sutters Integrations-Naivität: Die Bildungs-Qualität leidet noch mehr.

Dass die Schweiz den Kriegsvertriebenen aus der Ukraine, die hierherkommen, Schutz bietet, ist selbstverständlich. Inakzeptabel ist jedoch, dass der Bundesrat dabei das Wohl der eigenen Bevölkerung vergisst. Statt die ukrainischen Kinder in Schweizer Schulen zu schicken, sollten wir Klassen in ihrer Landessprache ermöglichen – den Unterricht könnten geflüchtete Lehrpersonen übernehmen. Dies wäre in jeder Hinsicht sinnvoller – zumal es sich beim Schutzstatus S um einen rückkehrorientierten Status handelt.

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