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Editorial

Kinder brauchen Mutter und Vater – ohne Wenn und Aber

Im vergangenen «Pride-Month» Juni haben sich viele Weltfirmen mit Regenbogenfarben eingefärbt – aber selbstverständlich nur bei uns in Westeuropa, wo man nur Gratismut brauchte und wo einen eigene Prinzipien weder Kundschaft noch Umsatz kosteten. Auf das stolze Regenbogen-Bekenntnis in jenen Absatzmärkten im arabisch-asiatischen Raum, wo Homosexualität ein grosses Tabu ist und die gesetzlichen Strafen von Peitschenhieben bis hin zu lebenslänglicher Haft oder gar zur Todesstrafe reichen, wurde selbstverständlich verzichtet. Welche Doppelmoral!

Genauso wie sich jetzt viele Firmen mit dem Regenbogen brüsteten, ist der Regenbogen das Symbol des «Ehe für alle»-Ja-Lagers, das zurzeit eine gewaltige Propaganda-Walze fährt und versucht, dies zu einer Abstimmung pro und contra sexuelle Minderheiten hochzustilisieren. Dabei spielt die sexuelle Ausrichtung keine Rolle und wird in der Schweiz als das behandelt, was sie ist: eine Privatsache. Auch in der SVP gibt es Homosexuelle – sie sind ebenso geschätzte Mitglieder und Kollegen wie alle anderen auch.

Aber der Reihe nach:

Um nicht-heterosexuelle Partnerschaften rechtlich abzusichern, ist im Jahr 2007 das Partnerschaftsgesetz geschaffen worden. Das neue Gesetz erlaubt es gleichgeschlechtlichen Paaren, ihre Partnerschaft beim Zivilstandsamt eintragen zu lassen und damit rechtlich abzusichern. LGBT-Kreise feierten damals, dass damit endgültig die rechtliche Gleichberechtigung erreicht sei und betonten, dass das Gesetz weder die Ehe noch die traditionelle Familie gefährde. Deshalb ist es nicht fair, dass nur wenige Jahre danach die Ehe für alle gefordert und dabei gewaltig Druck gegenüber all jenen aufgebaut wird, welche die Ehe für alle und den Samenspende-Zugang (dieser verstösst gegen Artikel 119 unserer Bundesverfassung!) aus moralischer Überzeugung ablehnen.

Dies zeigt vor allem eines: Das LGBT-Lobbying hat sich stark auf die öffentliche Meinung ausgewirkt. Die Stimmung ist aufgeheizt und wer eine abweichende Meinung vertritt, wird von den sogenannten Toleranten teilweise massiv angefeindet. So war es nicht verwunderlich, dass es bei der Eingabe der Unterschriften für das Referendum auf der Bundesterrasse zu einer Gegendemonstration kam, bei welcher die Berner Kantonspolizei gar 49 Verzeigungen aussprechen musste.

Die Vorlage sollte erhlicherweise «Kinder für alle» heissen

Aber über was stimmen wir denn jetzt am 26. September eigentlich ab?

Das Rechtsinstitut «Ehe» soll auch für nicht-heterosexuelle Beziehungen «geöffnet» werden. Damit würden homosexuelle Paare die gleichen Rechte erhalten wie heterosexuelle Ehepaare. Das heisst, mit dem Zugang zur Ehe wäre unter anderem auch das Recht auf Adoption von «fremden Kindern» verbunden. Und lesbische Paare sollen Zugang zur Fortpflanzungsmedizin erhalten, wenn ein Kinderwunsch besteht. Ehrlicherweise müsste die Vorlage nicht Ehe für alle, sondern Kinder für alle heissen.

Befürworter fürchten Ständemehr

Wie ein Rechtsgutachten zeigte, ist für die Einführung der «Ehe für alle» zwingend eine Verfassungsänderung nötig. Dafür braucht es in einer Volksabstimmung zwingend die Mehrheit der Stände. Weil die Befürworter eine Niederlage fürchteten, hat die Mitte-Links-Mehrheit in National- und Ständerat die Vorlage auf Gesetzesebene – und damit am Ständemehr vorbei – durchgeboxt.

Es gilt festzuhalten, dass wohl niemand etwas dagegen hat, wenn Homosexuelle die eingetragene Partnerschaft dahingehend ändern möchten, dass es Verbesserungen gibt, wenn es beispielsweise um das Erben geht. Aber das hat nichts mit der Ehe zu tun. An der heutigen Ehe-Definition festzuhalten ist deshalb alles andere als diskriminierend.

Es geht um die Schwächsten

Weil das Referendum ergriffen wurde und man in der Frage «Ehe für alle» durchaus unterschiedlicher Meinung sein darf, stimmen wir darüber ab. Für einmal geht es nicht um «Love is Love», sondern um die Schwächsten unserer Gesellschaft: um Kinder, die ein Anrecht auf einen Vater und eine Mutter haben. Ich stimme Nein, weil eine faktische Vater- oder Mutterlosigkeit früher oder später bei vielen Jugendlichen zu massiven Identitätsproblemen führen kann. Stehen auch Sie am 26. September für unsere Kinder ein und sagen Sie Nein zur egoistischen «Ehe für alle»-Vorlage.

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