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Editorial

Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz muss gestärkt werden

Die Ukraine und das westliche Russland gehören zu den bedeutenden Exporteuren von Getreide, Ölfrüchten wie Sojabohnen, Sonnenblumen und Raps, sowie weiteren landwirtschaftlichen Produkten. Dazu ist Russland weltweit der grösste Exporteur von Kunstdünger, vor allem von Stickstoff. Der Krieg in der Ukraine treibt nicht nur die Energiepreise in die Höhe, er führt auch zu einer weltweiten Verknappung von Nahrungsmitteln. Davon wird auch die Schweiz betroffen sein.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine ist die Versorgungssicherheit von vielen Ländern, speziell im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika, aber auch in Europa, stark gefährdet. Auch die Schweiz ist direkt und indirekt davon betroffen. Die Attacken auf die Schwarzmeerhäfen der Ukraine, namentlich in Mariupol und Odessa, sowie die Zerstörung von weiteren Infrastrukturen im Landesinnern, werden die Exportmöglichkeiten stark behindern. In der momentanen Situation ist kaum davon auszugehen, dass in diesem Frühjahr das Ansäen der Kulturen möglich ist. Nicht nur das landwirtschaftliche Personal wurde in den Krieg eingezogen, sondern auch die Treibstoffverfügbarkeit für die Betriebe wird sehr eingeschränkt sein. Davon betroffen wird die Aussaat von Sommergetreide, Mais, Soja und vor allem Sonnenblumen sein. Allein die weltweite Sonnenblumenölproduktion stammt zu über 50 Prozent aus der Ukraine. Ob das im Herbst angesäte Wintergetreide im Sommer geerntet werden kann ist ebenfalls in vielen Teilen des Landes mehr als ungewiss. Die Ukraine wird nicht umsonst seit Generationen als der Brotkorb Europas bezeichnet, ist sie doch die Nummer eins in Europa in Bezug auf landwirtschaftlich nutzbares Kulturland, das sich für den Ackerbau eignet.

Sinkende Erträge wegen fehlender Düngemittel
In den vergangenen Jahren hat die Ukraine Nahrungsmittel produziert, die laut Statistik 600 Millionen Menschen ernähren können.

Russland selbst hat ein umfassendes Exportverbot von Getreide und Dünger bis mindestens Ende Juni 2022 beschlossen. Auch die Lieferungen von Getreide aus Russland werden fehlen und die gestörte Versorgung mit Düngemitteln wird weltweit weniger Erträge in der landwirtschaftlichen Produktion zur Folge haben.
Die Schweiz selbst importiert nur einen relativen kleinen Teil ihrer Agrargüter direkt aus der Ukraine und Russland. Einmal abgesehen vom Dünger, dort war Russland in den vergangenen Jahren ein sehr wichtiger Partner. Viele Importe in unser Land kommen aus der EU haben jedoch ihren Ursprung im Kriegsgebiet, so zum Beispiel bei gen-technisch freiem Soja, welches in Deutschland verarbeitet wird und danach den Weg in die Schweiz findet, hier wird es vor allem in der Geflügel- und Schweinehaltung eingesetzt. Somit hat der Krieg in der Ukraine eine direkte Auswirkung auf die Versorgung der Schweiz mit Nahrungs- und Futtermittel sowie Dünger.

Links-Grüne Politik schwächt Schweizer Nahrungsmittelproduktion
Unsere Agrarpolitik hat sich in den letzten Jahren unter dem Druck des Öko-Diktats von Links-Grün, in eine Richtung bewegt, die die Produktion von heimischen Nahrungsmitteln geschwächt und der Extensivierung einen immer grösseren Stellenwert eingeräumt hat.

Angesichts des Kriegs in der Ukraine sind vom Bundesrat alle diese produktionssenkenden Massnahmen zu überdenken, die bereits in der Praxis Anwendung finden und die in den nächsten Jahren noch zusätzlich umgesetzt werden sollen. Der aktuelle Konflikt zeigt schonungslos auf, dass wir gut daran tun unsere Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zu stärken und die Abhängigkeit von Importen zu senken.

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Martin Haab
SVP Nationalrat (ZH)
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