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Editorial

Nur wer gut wirtschaftet, kommt gut durch die Krise!

Wir müssen die Gesundheit der Menschen schützen. Gleichzeitig dürfen wir aber die Wirtschaft nicht völlig an die Wand fahren. Denn nur mit einer funktionierenden Wirtschaft bleiben die Menschen in der Schweiz gesund. Und: Nur weil wir in der Vergangenheit so gut gewirtschaftet haben, kann sich die Schweiz die Corona-Krise eine gewisse Zeit lang leisten.

Seit Wochen stecken wir fest in der grössten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Eine Krise, die kaum jemand für möglich gehalten hätte. Der Bundesrat nimmt seine Führungsrolle wahr und handelt im Grossen und Ganzen mit Vernunft und Augenmass. Klar: Die Grenze nach Italien hätte deutlich früher kontrolliert werden müssen und die äusserst mangelhafte Versorgung mit Schutzmaterial ist bedenklich. Aber gerade bei der unkomplizierten und raschen Unterstützung der Wirtschaft und der Mobilisierung der Armee hat sich der Bundesrat gute Noten verdient.

Die Menschen im Land brauchen aber jetzt sofort klare und konkrete Perspektiven. Gerade für KMU ist jeder weitere Tag in der Ungewissheit einer zu viel. Über Jahrzehnte Aufgebautes steht auf dem Spiel, die Existenzen und Arbeitsplätze von Tausenden sind gefährdet. Auch Existenzängste, Unsicherheit und soziale Isolation machen Menschen krank. Der Bundesrat hat es zu lange verpasst, der Bevölkerung Perspektiven, den Weg aus der Krise und die Rückkehr in die Normalität, aufzuzeigen. In eine Normalität mit Corona – denn der Virus wird nicht einfach verschwinden. Wir müssen lernen, uns damit zu arrangieren. Je schneller uns dies gelingt, umso besser für die Wirtschaft und damit auch für unsere Gesundheit.

Mit Tests, Hygiene- und Distanzregeln zurück zur Normalität

Damit die wirtschaftliche Tätigkeit schrittweise wieder aufgenommen werden kann, ohne eine zweite Corona-Welle zu riskieren, müssen folgende Punkte erfüllt sein: Das Tragen von Masken an Örtlichkeiten, wo sich Menschen nahe kommen; freiwillige Apps, welche Corona-Infizierte erkennbar machen und mehr Corona- und Antikörper-Tests, um die weitere Entwicklung zeitnah zu verfolgen. Selbstverständlich müssen die bisher eingeführten Hygiene- und Abstandsregeln weiterhin eingehalten werden. Und selbstverständlich muss der Bund dafür sorgen, dass genügend Masken zur Verfügung stehen.

Konkret: Alle Läden und namentlich Garten- und Baumärkte müssen so rasch als möglich wieder geöffnet werden. Hier lassen sich die inzwischen allseits bekannten Distanz- und Hygieneregeln mit bewährten Massnahmen einhalten. Das bei den Grossverteilern angewandte «Tröpfchensystem» und die Schutzmassnahmen für die Angestellten lassen sich auch hier umsetzen. Anschliessend müssen Schulen wieder soweit zum Normalbetrieb übergehen, damit Abschluss- und Übertrittsprüfungen stattfinden können.

Bei allen berechtigten Massnahmen, die bisher zum Schutz vor dem Virus ergriffen worden sind, darf nicht vergessen werden: Arbeitsplätze und eine funktionierende Wirtschaft sind Grundvoraussetzungen für die Volksgesundheit. Solche Krisen lassen sich auch künftig nur dann eine gewisse Zeit lang bewältigen, wenn unsere KMU als Rückgrat der Wirtschaft auch in Zukunft gute Rahmenbedingungen vorfinden und wenn wir in guten Zeiten – dank der Schuldenbremse – sorgsam mit Steuergeldern umgehen. Denn nur wer gut wirtschaftet, kommt gut durch die Krise!

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