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Editorial

Tagung zur Auflösung der Familie

Nach der aufsehenerregenden und viel kritisierten Veröffentlichung des Gutachten Schwenzers zur Reform des Ehe- und Familienrechtes fand am letzten Dienstag unter dem Patronat von Bundesrätin Sommaruga eine ebenso fragwürdige „Experten“-Tagung statt.

Nach der aufsehenerregenden und viel kritisierten Veröffentlichung des Gutachten Schwenzers zur Reform des Ehe- und Familienrechtes fand am letzten Dienstag unter dem Patronat von Bundesrätin Sommaruga eine ebenso fragwürdige „Experten“-Tagung statt. Diese Tagung zeigte einmal mehr, dass es hier um den Komplettumbau unserer Gesellschaft geht. Die Gleichschaltung und Verstaatlichung der Familien schreitet somit ungehindert voran.

Die traditionellen Familien sind das Rückgrat unserer Gesellschaft. Sie bilden in unserem föderalistischen System die kleinst mögliche Gemeinschaft. Sie garantieren das Weiterbestehen unserer Gesellschaft und sind für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Selbstverständlich sind Familien sehr heterogen, das heisst, das Zusammenleben wird ganz unterschiedlich gehandhabt. Das führt zum Beispiel dazu, dass Kinder je nach Herkunft bessere oder schlechtere Zukunftschancen haben.

Unter dem Titel „Liberalisierung“ getarnte Vereinheitlichung und Verstaatlichung

Weil die Familien wegen ihrer Verschiedenheit der Verwirklichung einer Einheitsgesellschaft entgegenstehen, sind sie den Linken schon von jeher ein Dorn im Auge. Am liebsten würden sie sie abschaffen. Zumindest möchten sie diese schwächen, z.B. durch die Schaffung von obligatorischen staatlichen Kindererziehungsstrukturen. Möglichst alle Privilegien (z.B. steuerliche) müssen gestrichen werden. Andere Formen von Zusammenleben sollen dem traditionellen Ehe- und Familienleben gleich gestellt sein. Eine Nivellierung der Lebensformen würde stattfinden, anstatt dass Vielfalt und Unterschiedlichkeit, sowie Wahlfreiheit weiter gewährleistet würden.

Schwächung der Familien

Aber wie können die Linken die Familie schwächen? Das ist eben gar nicht so einfach, weil die grosse Mehrzahl der Bewohnerinnen und Bewohner unseres Landes, trotz oder gerade wegen des immer liberaler werdenden Gesellschaftslebens in unserem Lande, zum Glück immer noch den „romantischen und etwas einfallslosen“ Wunsch hat, zu heiraten und Kinder zu kriegen. Das hat sich Frau Bundesrätin Sommaruga wohl auch gefragt: Wie schafft man es, diesen „rückständigen“ Schweizern die Familie zu verleiden? Am besten man gibt bei einer geeigneten Professorin ein Gutachten in Auftrag. Dieses wird dann als objektiv und mehrheitsfähig verkauft und so der Weg für eine Schwächung der traditionellen Ehe und Familie vorbereitet.

Fragwürdiges und einseitiges Gutachten

Unterstützung fand Frau Sommaruga bei Ingeborg Schwenzer, Professorin an der Universität Basel, deren „progressive Haltung“ in der Juristenwelt bekannt ist. Selbstverständlich erfüllte Frau Schwenzer ihren Auftrag brillant. Nach ihrer Meinung gehört die Ehe abgeschafft. Sie soll ersetzt werden durch eine Lebensgemeinschaft. Eine solche liegt vor, wenn ein Paar mindestens drei Jahre zusammen lebt und entweder Kinder hat oder beide die Gemeinschaft beträchtlich unterstützen. Auch mehr als zwei Personen (Polygamie) und Halbgeschwister (Inzest) sollen sich zu einer solchen Lebensgemeinschaft zusammenschliessen dürfen. Und auch die Adoption durch Gleichgeschlechtliche ist nach der Meinung Schwenzers bedenkenlos. Welche juristischen, versicherungstechnischen und emotionale Folgen dies für die Gesellschaft auslöst, wurde indessen nicht einmal an der anschliessenden Tagung behandelt. Dass dieser Komplettumbau unserer Gesellschaft Auswirkungen auf das Steuer- und Erbrecht, auf die Sozialversicherungen und sogar auf die Migrationspolitik hat, wird gekonnt umschifft. Nahliegend ist, dass gewaltige Probleme und ein grosses Missbrauchspotenzial die Folge wären. Unter dem Titel „Kindswohl“ müsste der Staat enorme Anstrengungen unternehmen, um die Beliebigkeit und Unsicherheit in den geschaffenen Lebensgemeinschaften zu kompensieren. Kontrolle und Überwachung wären die Folge. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass die Familie weiter unter steigender Bürokratie und juristischen Konflikten leiden würde.

Anpassung Ja, Revolution Nein

Selbstverständlich befinden wir uns in einer liberalen Welt und jeder soll so leben dürfen, wie er will (vorausgesetzt es kommt dabei weder ein Individuum noch die Gesellschaft zu schaden). Weil die Gesellschaft sich wandelt, ist es auch immer wieder notwendig, dass das Recht von Zeit zu Zeit an die geänderten Verhältnisse angepasst wird. Dies hat man beispielsweise in Bezug auf die Homosexuellen getan. Mit der eingetragenen Partnerschaft wurde ein Institut geschaffen, dass es diesen ermöglicht, ihre Beziehung rechtlich abzusichern. Dies ist heute kaum mehr umstritten. Die nun aber vorgeschlagenen Anpassungen bedeuten eine Revolution des Ehe- und Familienrechts. Von Oben, durch Wissenschaft und Staat, soll die Gesellschaft umgebaut werden. Es ist eine Minderheitenreform, welche der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger aufoktroyiert werden soll. Der angeblich „moderne“, aber eben nur von einer Minderheit gewünschte gesellschaftliche Zustand wird zur Norm erhoben. Dies widerspricht einem freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaat.

Werte und Wurzeln

Es kann nicht angehen, dass der Staat die Ehe mit polygamischen und inzestuösen Lebensformen gleichsetzt und die Gesellschaft damit ihres Rückgrats beraubt. Die SVP setzt sich seit jeher für die traditionellen Familien ein. Das beweist sie mit ihrem Stimmverhalten im Parlament regelmässig, aber auch mit der Einreichung der kürzlich abgelehnten Familieninitiative. Gerade heute, in Zeiten einer zunehmenden Wohlstandsdegeneriertheit und Orientierungslosigkeit, sind die Familien und die von diesen vermittelten traditionellen Werte, wie Verlässlichkeit, Treue, Sozialkompetenz, gefragt.

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