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Editorial

Was soll das Gejammer vom Sparen bei der Bildung?

Die Behauptung der SP, bei der Bildung werde gespart, hält einem Realitätscheck nicht stand. Die Aufblähung der Bildungsbürokratie und die durch ständige Reformen und therapeutische Massnahmen überladene Volksschule schlucken im Gegenteil immer mehr Geld.

Die Behauptung der SP, bei der Bildung werde gespart, hält einem Realitätscheck nicht stand. Die Aufblähung der Bildungsbürokratie und die durch ständige Reformen und therapeutische Massnahmen überladene Volksschule schlucken im Gegenteil immer mehr Geld, welches ohne Mehrwert für Schüler und Lehrer im Leeren verpufft. Die öffentlichen Bildungsausgaben haben sich seit 1990 verdoppelt. Dass hinter diesen ins unermessliche steigenden Bildungsausgaben nicht in erster Linie ein Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft steht, sondern die Begehrlichkeiten von Bildungsfunktionären und -politikern, ist offensichtlich. Daher erstaunt es nicht, dass gerade linke Reformturbos sich ereifern, wenn endlich dort auch einmal Mass gehalten und die Mittel zielgerichteter eingesetzt werden sollen.

Ein Blick auf die Kostenentwicklung zeigt, wohin uns die Reformhektik der letzten Jahrzehnte geführt hat. Die staatlichen Bildungsausgaben haben sich verdoppelt. Sie stellen inzwischen mit rund 40 Milliarden Franken mit Abstand den zweitgrössten Budgetposten hinter der sozialen Sicherheit dar. Die Zahlen belegen auch, dass bei der Bildung, im Gegensatz zu anderen staatlichen Tätigkeiten, in den letzten 20 Jahren nie wirklich gespart wurde. Die Behauptung, dass dieses Geld sich als Investition in die Zukunft wieder auszahlen würde, wird sich aber auch bei stetiger Wiederholung nicht bewahrheiten. Immer mehr Geld und immer mehr Lehrer pro Schüler zeigen eben nicht die gehoffte Wirkung. Die Schweiz schneidet inzwischen bei Leistungsvergleichen regelmässig nicht in den vorderen Rängen ab, trotz höchster Bildungsausgaben im internationalen Vergleich.

Wie lässt sich nun aber dieses überproportionale Wachstum – 16% mehr als das gesamte Ausgabenwachstum – der Bildungsausgaben erklären? Weiterführende Schulen und Bildungsinstitutionen beklagen sich über das abnehmende Niveau der Volksschulabgänger. Von den Universitäten bis zu den Lehrlingsbetrieben steht man heute vor der Tatsache, dass Grundlegendes, was in der Volksschule hätte vermittelt werden sollen, mühsam nachgeholt werden muss. Offenbar führen die Reformen in die falsche Richtung, und das viele Geld ist fehlinvestiert. Der Verdacht liegt nahe, dass die Kosten vor allem zu Lasten der Bürokratie wachsen. Von der Administration einzelner Schulen über die kantonalen Bildungsverwaltungen bis hin zu den bürgerfernen Bildungsfunktionären der EDK, das Management expandiert zu Lasten der Schüler und Lehrer. Zudem wird nun die Rechnung für den Reformeifer der letzten Jahre präsentiert. Der Fremdsprachenunterricht und das integrative Schulkonzept sind teurer als erwartet. Die zunehmenden therapeutischen Massnahmen und weiteres Zusatzpersonal im und um das Schulzimmer lassen die Kosten explodieren. So wird auch der kommende Lehrplan 21 die Bildungsfunktionäre beflügeln und weitere, milliardenteure Mehrinvestitionen verursachen. Es ist ein Fass ohne Boden, ohne einen entsprechenden Mehrwert für die Schüler, Eltern, Lehrer und die Volkswirtschaft.

Mehr Geld in der Bildung, bedeutet nicht automatisch bessere Bildung. Grössere Budgetposten bedeuteten in den vergangenen Jahren eher eine überbordende Bürokratie und einen Anstieg der Begehrlichkeiten, welche mit ständig neuen Reformen verwirklicht werden sollen. Um diesen Reformeifer und die linken Bildungsexperimente auf Kosten des Steuerzahlers zu stoppen, müssen die laufenden Projekte endlich in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Das heisst insbesondere: Übungsabbruch beim aufgeblasenen und untauglichen Lehrplan 21. Ein neuer, schlanker Lehrplan muss die basisorientierte Berufs- und Lebenstauglichkeit der Schüler zum Ziel haben.

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