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Medienmitteilung
Medienkonferenz vom 12. April 2013

Volksschule bereitet immer weniger auf Berufsleben vor

Die SVP hat heute anlässlich einer Medienkonferenz ihr neues Positionspapier „Berufswelt und Volksschule“ den Medien und der Öffentlichkeit vorgestellt. Das duale Berufsbildungssystem mit soliden…

Die SVP hat heute anlässlich einer Medienkonferenz ihr neues Positionspapier „Berufswelt und Volksschule" den Medien und der Öffentlichkeit vorgestellt. Das duale Berufsbildungssystem mit soliden, anspruchsvollen und praxisorientierten Berufslehren als zentrales Element ist das bewährte Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit. Die Berufstauglichkeit muss im Mittelpunkt der Ausbildung stehen und nicht akademische Abschlüsse. Die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien liegt bei 55 Prozent, im EU-Durchschnitt ist jeder vierte Jugendliche arbeitslos, in der Schweiz liegt die Jugendarbeitslosenquote hingegen lediglich zwischen 3 und 4 Prozent. Das Erfolgsmodell der Schweiz ist allerdings durch Fehlentwicklungen in der Volksschule gefährdet. Diese gilt es zu stoppen.

Von Beginn an wurde bei der Erarbeitung des vorliegenden Positionspapiers die Wirtschaft, d.h. die Unternehmen als zentrale Akteure im Rahmen des Schweizer Berufsbildungssystems, eng eingebunden. Es wurden insbesondere ausführliche und vertiefte Gespräche mit Lehrmeistern und Lehrlingsverantwortlichen von namhaften Schweizer Unternehmen geführt. Die Praktiker bestätigen, dass die Fähigkeiten (inklusive handwerkliches Können), das Wissen, die Leistungsbereitschaft und das Durchhaltevermögen der Volksschulabgänger deutlich abnehmen und damit deren Chancen für eine erfolgreiche Berufsausbildung sinken. Auf Grundlage der erwähnten Interviews entstand eine erste Fassung des Papiers „Berufswelt und Volksschule", welche den Kantonalparteien und diversen Gewerbebetrieben in die Vernehmlassung gegeben wurde. Da in der französischsprachigen Schweiz teilweise andere Rahmenbedingungen herrschen bzw. eine andere Entwicklung im Bereich des Schul- und Berufsbildungssystems stattgefunden hat, wurde die französische Fassung des Papiers entsprechend adaptiert und auf die Verhältnisse in der Suisse Romande angepasst.

Die Problemanalyse hat ergeben, dass bereits in der Grundkonzeption wie auch in der Umsetzung der Lehrerausbildung aber auch im Unterricht an der Volksschule Fehlentwicklungen im Gange sind. Diese sind zu stoppen und zu korrigieren, damit die Volksschule wieder ein starkes Fundament für unsere Jugend und deren berufliche Zukunft schaffen kann. Hier einige der wichtigsten Forderungen:

  • Wirtschaft und Politik haben gemeinsame Bildungsziele zu formulieren. Die Ziele sollen dem kulturellen und wirtschaftlichen Anforderungsprofil der Schweiz Rechnung tragen. Die eigenständige schweizerische Volksschule ist von bürokratischen Vorgaben aus dem Ausland abzukoppeln.
  • Massgebend für die Beurteilung des Berufsbildungssystems hat allein die Beschäftigungsquote der Jugendlichen zu sein und nicht die Zahl akademischer Abschlüsse. 
  • Jeder Oberstufenlehrer soll die Berufswelt ausserhalb des Bildungswesens aus persönlicher Erfahrung kennen. 
  • Die Volksschule hat Allgemeinbildung zu vermitteln. Grundfertigkeiten sowie Fähigkeiten aller Schülerinnen und Schüler sind durch regelmässiges Üben von lebenslang nutzbarem Wissen zu festigen.
  • In den allgemeinbildenden Fächern der Volksschule ist allen Schülern zu vermitteln, dass Freiheit und Demokratie sowie Arbeitsmoral, Selbstverantwortung und Leistungsbereitschaft grundlegende Wesensmerkmale der christlich-abendländischen Kultur sind.
  • Die Verantwortung und die Führung im Unterricht hat wieder ein Klassenlehrer zu übernehmen. Die Verzettelung der Verantwortung auf viele Fachlehrer ist in der Primarschule vollständig, in der Oberstufe bis auf zwei Fachlehrer rückgängig zu machen.
  • Leistungsbewertung mittels Noten sowie die Förderung einer Wettbewerbskultur sind unverzichtbar.
  • Die Vernachlässigung von Mathematik, Muttersprache und verschiedener Realienfächer zugunsten des zu frühen Fremdsprachenunterrichts ist zu korrigieren. Insbesondere auf dem unteren Niveau der Oberstufe oder bei der Feststellung von Lücken anlässlich der Zwischenprüfung sind Massnahmen auf Kosten der zweiten Fremdsprache vorzunehmen.
  • Das Konzept primär intellektuell ausgerichteter „Einheits-Oberstufenlehrer" hat sich für die Niveaus B und C nicht bewährt. Hier müssen praktische Begabungen wieder vermehrt gefördert werden. Der weitgehend abgeschaffte Werken-Unterricht ist mindestens für das untere und mittlere Niveau der Oberstufe wieder einzuführen und die Lehrer entsprechend darin auszubilden.

Einerseits ist der Beruf des Lehrers aufzuwerten, indem dieser mehr Verantwortung aber auch Gestaltungsmöglichkeiten erhält. Andererseits müssen die Schülerinnen und Schüler besser auf den nächsten wichtigen Lebensabschnitt, nämlich die erfolgreiche Absolvierung einer Berufsausbildung, vorbereitet werden. Insbesondere die Wirtschaft benötigt dringend bedarfsgerecht ausgebildeten Nachwuchs, um im Wettbewerb bestehen zu können. Das Fundament für überdurchschnittlich befähigte Berufsleute muss aber bereits in der Volksschule gelegt werden.

Am 15. Juni wird die SVP einen Sonderparteitag zum Thema Berufswelt und Volksschule durchführen, der selbstverständlich auch weiteren bildungspolitisch interessierten Kreisen offensteht. Dort werden dieses Papier sowie ein Bildungsmanifest der SVP zur Diskussion gestellt.

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