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Referat
Medienkonferenz vom 11. August 2010

40% der Schweiz sind Berggebiet, dessen bäuerliche Bewirtschaftung von nationaler Bedeutung ist

Das Aufgabengebiet und Arbeitsumfeld der Bergbauern ist komplex und anspruchsvoll. Die gegenwärtige Landwirtschaftspolitik des Bundesrates entzieht jedoch den Bergbauern faktisch ihre…

Das Aufgabengebiet und Arbeitsumfeld der Bergbauern ist komplex und anspruchsvoll. Die gegenwärtige Landwirtschaftspolitik des Bundesrates entzieht jedoch den Bergbauern faktisch ihre Existenzgrundlage. Sie nimmt keine Rücksicht auf die besonderen Gegebenheiten der Berglandwirtschaft und verfolgt Ziele, unter denen dieser besondere und typisch Schweizerische Wirtschaftszweig keine Zukunft mehr hat.

Die Landwirtschaft ist auf Grund der topographischen und klimatischen Bedingungen im Berggebiet vorwiegend für die Viehwirtschaft, d.h. Viehzucht, Viehexport, Fleischproduktion und Milchwirtschaft geeignet, weniger hingegen für Ackerbau oder Obst- und Gemüsekulturen. Die katastrophale Entwicklung am Milchmarkt trifft die Bergbauern umso härter, denn sowohl ein Ausweichen auf andere Produkte wie auch Produktivitäts- oder Effizienzsteigerungen durch weitergehende Mechanisierung sind hier fast nicht realisierbar.

Die umfassende mechanische Bearbeitung der Hangflächen ist nicht nur technisch kompliziert, sondern auch sehr teuer und daher für Bergbauern unerschwinglich. Dass weiterhin viel harte Handarbeit, oft unter Beizug aller Familienmitglieder, notwendig sein wird, ist jedoch für die Bergbauern nicht das Problem, solange dies als typische Eigenheit oder gar Qualitätsmerkmal dieser Art von Landwirtschaft anerkannt und honoriert wird. Denn die bäuerliche Bewirtschaftung der Hügel- und Berggebiete ist eine für den Alpenraum zentrale und wichtige Form der Kulturlandpflege. Fällt diese weg, folgen Vergandung und Verwaldung der produktiven Flächen. Allein von 1989 bis 1999 hat sich die vergandete und verwaldete Fläche von rund 20‘000 Hektaren auf 40‘000 Hektaren verdoppelt – dies innerhalb von nur 10 Jahren. Solchermassen verlorenes Kulturland wird möglicherweise früher oder später anderweitig genutzt, beispielsweise durch Überbauung. Die Berglandwirtschaft ist hingegen die natürlichste und sinnvollste Form der Kulturlandpflege.

Die Attraktivität des Berggebietes kann nur mit einer auf die Produktion von Nahrungsmitteln fokussierten und landschaftspflegenden Berglandwirtschaft erhalten werden. Museums- und Schaubetriebe oder vom Bund angestellte Landschaftsgärtner werden die vielfältigen Leistungen und Funktionen der Bergbauern niemals auch nur annähernd erfüllen können.

Die SVP hat unter Anderem parlamentarische Initiativen zum Erhalt des Viehexportes, zur Befreiung der Alpviehtransporte von der LSVA sowie eine Motion zur Stabilisierung der Milchmenge und des Milchpreises lanciert. Innerhalb einer kohärenten und eigenständigen Agrarpolitik muss auf die besonderen Verhältnisse und Herausforderungen der Berglandwirtschaft gezielt eingegangen werden. Dies hat neben klar produktionsorientierten Massnahmen beispielsweise auch durch eine Vereinfachung des Raumplanungsgesetzes zu geschehen, damit der Bergbauer die nötige Freiheit erhält, vermehrt kreativ und unternehmerisch – z.B. im Bereich des Agrotourismus – tätig zu werden.

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