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Referat
Medienkonferenz vom 12. April 2013

Berufswelt und Volksschule – für die Zukunft unserer Jugend

Die wirtschaftliche Krise in vielen Ländern Europas hält an, ein Ende ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Unmittelbar nach Ostern konnten wir den Medien entnehmen, dass die Arbeitslosigkeit in den 17…

Die wirtschaftliche Krise in vielen Ländern Europas hält an, ein Ende ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Unmittelbar nach Ostern konnten wir den Medien entnehmen, dass die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro-Ländern im Februar die Rekordmarke von 12 Prozent erreicht hat. Bei den jungen Menschen sieht es noch schlimmer aus: beinahe ein Viertel der unter 25-Jährigen ist arbeitslos. Bereits spricht man vereinzelt von einer „verlorenen Generation“, bestehend aus frustrierten Jugendlichen und jungen Menschen ohne berufliche Zukunft. In der Schweiz herrschen vergleichsweise paradiesische Zustände: Die Arbeitslosigkeit bei uns beträgt 3.4 Prozent (insgesamt) respektive 3.6 Prozent bei den unter 25-Jährigen.

Zu diesem hervorragenden Zustand der Wirtschaft und der Beschäftigungssituation in der Schweiz tragen massgeblich die Ausbildung und die Fähigkeiten der Schweizerinnen und Schweizer bei. Bildung und Ausbildung – also das sogenannte Humankapital – sind unbestrittenermassen eine der wichtigsten Ressourcen unseres Landes. Wir verfügen mit dem dualen Bildungssystem, d.h. mit der Kombination von allgemeiner und theoretischer Bildung an Schulen sowie praktischer Ausbildung in Betrieben bzw. Unternehmungen über ein einzigartiges, bewährtes und erfolgreiches Bildungskonzept.

Doch Euphorie und Selbstbeweihräucherung sind auch bei uns absolut fehl am Platz. Unser Bildungssystem und damit auch die Zukunft unserer Jugend sind gefährdet. Aus der Wirtschaft, insbesondere seitens der Lehrmeister und Lehrlingsbetreuer mehren sich die Klagen, wonach der „Rucksack“ der Schulabgänger zwar von Jahr zu Jahr schwerer, aber leider mit viel unnötigem Ballast statt mit dem notwendigem Rüstzeug bepackt werde. Damit ist gemeint, dass das Grundwissen, die unabdingbaren Fähigkeiten, aber auch die Leistungsbereitschaft der Schulabgänger im Schnitt laufend abnehmen. Damit zerbröckelt das Fundament, welches für den Erfolg der beruflichen Ausbildung nach der Volksschule notwendig ist. Die Wirtschaft der Schweiz ist für ihren Erfolg und die Besetzung der Arbeitsplätze dringend auf bedarfsgerecht ausgebildete und motivierte junge Schweizerinnen und Schweizer angewiesen. Wenn diese Eigenschaften nicht wieder verstärkt werden, müssen in immer grösserem Ausmass ausländische Arbeitskräfte ins Land geholt werden, während unsere Jugend in die Arbeitslosigkeit und die Sozialwerke fällt. Wir Unternehmer möchten gerne unseren Beitrag leisten, um dies zu verhindern – dazu müssen wir den jungen Menschen in der Schweiz aber das für eine Berufslehre notwendige schulische Rüstzeug geben.

Die SVP nimmt die Mängel im Schulsystem sehr ernst und hat ihre Bildungskommission beauftragt, gemeinsam mit Unternehmen und deren Lehrlingsverantwortlichen die Probleme zu analysieren und anschliessend einen Lösungsweg auszuarbeiten. Wir stellen Ihnen hier nun unter dem Titel „Berufswelt und Volksschule“ ein Papier vor, welches unter Einbezug von Lehrern, Lehrlingsausbildnern und der Wirtschaft entstanden ist. Es wurde innerhalb der SVP unseren Bildungsdirektoren, KMU-Unternehmern und kantonalen Bildungspolitikern zur Vernehmlassung vorgelegt und auf Grund der eingegangenen Stellungnahmen weiterentwickelt und fertiggestellt. Wir werden das Papier zudem im Rahmen eines Sonderparteitages zum Thema Bildung am 15. Juni 2013 unseren Parteimitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit detailliert vorstellen und den Dialog dazu ermöglichen.

Bevor ich das Wort an meine Mitreferenten weitergebe, möchte ich zur Überleitung festhalten, dass die SVP zentrale Probleme bei der Ausbildung der (Volksschul-)Lehrer und beim heutigen Rollenbild des Lehrers erkennt, welche vorwiegend durch Bildungstheoretiker und -bürokraten verursacht werden. Die SVP hat in diesem Zusammenhang bereits im Januar 2012 ein Positionspapier mit dem Titel „Lehrer-Lehre“ veröffentlicht, welches uns namentlich aus Lehrerkreisen viel positives Echo verschafft hat. Die SVP fordert unter anderem eine Neupositionierung des Berufs und der Funktion des Lehrers mit mehr Verantwortung und mehr Gestaltungsspielraum zur Zielerreichung, mit anderen Worten also eine Aufwertung dieses Berufs. Es müssen wieder praxis- und führungserfahrene Klassenlehrer im Schulzimmer stehen, die bereit sind, die entsprechende Verantwortung zu übernehmen. Oberstufenlehrer sollten zudem Erfahrung in der Berufswelt ausserhalb der Schule haben und wissen, was die Schulabgänger erwartet. Heute wird die Verantwortung auf Fachlehrer, Heil- und Sozialpädagogen soweit verteilt, dass die perfekt organisierte Unverantwortlichkeit herrscht, also letztlich gar niemand mehr Verantwortung trägt. Kombiniert mit realitätsfernen Lehrmitteln und -konzepten führt dies zur beobachteten Aushöhlung und Zerstörung unseres Bildungssystems.

Und zum Schluss noch ein Wort an die Politiker und insbesondere die sogenannten Bildungspolitiker, die fast immer nur ein Rezept für die Bildung propagieren, nämlich immer mehr Geld durch den Staat ins System zu pumpen: üppig vorhandenes Geld, welches für falsche Ausbildung der Lehrer, für falsche Lehrkonzepte, unbrauchbare Lehrmittel, für die Beschäftigung realitätsfremder Bildungstheoretiker und eine Heerschar von Heil- und Sozialpädagogen ausgegeben wird, hilft dem Bildungssystem in keiner Weise, sondern beschleunigt dessen Niedergang.

Diese verhängnisvolle Fehlentwicklung will die SVP stoppen, indem sie das Übel an der Wurzel anpackt.

Wir sind es unseren Kindern und unseren Lehrbetrieben schuldig.

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