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Referat
Medienkonferenz vom 13. Januar 2006

Chancen und Risiken in der Bildungspolitik

Die Bildung leistet einen wichtigen Beitrag für das Verständnis und den Zusammenhalt unseres Staates, unserer Kultur, unserer Unabhängigkeit und Freiheit. Bildung ist zusammen mit der Forschung von ab

Die Bildung leistet einen wichtigen Beitrag für das Verständnis und den Zusammenhalt unseres Staates, unserer Kultur, unserer Unabhängigkeit und Freiheit. Bildung ist zusammen mit der Forschung von absolut zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort sowie den Werkplatz Schweiz und damit für unseren Wohlstand. Die Bildung ist aber nicht nur eine Aufgabe der Politik, sondern liegt vor allem auch in der Eigenverantwortung der Eltern und jedes Einzelnen. Denn Bildung ist vor allem – und insbesondere nach der obligatorischen Schulzeit – ein privates Gut.

Die Eigenverantwortung zeigt sich im Willen, zusätzlich Herausragendes zu leisten. Wer gewillt ist, Zeit, Fleiss und Geld zu investieren, profitiert; er muss allerdings auch willens und in der Lage sein, im Berufsleben die Verantwortung für die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu übernehmen. Daher liegt auch Weiterbildung in der Eigenverantwortung oder allenfalls bei interessierten Unternehmungen, aber nicht beim Staat.

Stichwort Leistung
Unser Bildungswesen krankt seit Jahren daran, dass es zu wenig auf Leistung ausgerichtet ist. Den traditionellen Leistungsfächern Sprache und Mathematik kommt im internationalen Vergleich ein hoher Stellenwert zu. Hier hat der Bildungsplatz Schweiz, wie internationale Studien belegen, verloren. Der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft erlaubt es nicht, Kernkompetenzen zu vernachlässigen. Es tönte im Abstimmungskampf um die Personenfreizügigkeit aus diesen Kreisen bereits nach Kapitulation, als man nach gut ausgebildeten Leuten aus dem Osten rief. Offenbar glaubt man nicht mehr an die Lernfähigkeit und Leistungsbereitschaft unserer eigenen Leute und an einen Erfolg unseres Bildungssystems.

Im satten Wohlfahrtsstaat kann Bildung leicht als Erziehungsarbeit, pädagogisches Versuchslabor, Pflege von Liebhabereien oder gesellschaftlicher Konditionierung missverstanden oder gar missbraucht werden. Reformen und Geld allein machen noch keine bessere Schule. Unsere Volksschule muss nach dem Reformwahn wieder zur Ruhe kommen. Das Bildungssystem hat sich, auch zum Vorteil aller Lernenden, wieder an klaren Leistungsvorgaben zu messen. Die Leistungsbereitschaft und die Leistungsfähigkeit müssen auf allen Bildungsstufen gefördert werden. Wenn heute im Kanton Zürich mehr als die Hälfte aller Schüler wenigstens einmal in ihrer schulischen Laufbahn sonderpädagogische Massnahmen in Anspruch nimmt, kann etwas nicht mehr stimmen. Damit ist die „68er-Pädagogik“ – leistungsfeindlich und antiautoritär – gescheitert.

Auch in der Bildung hat eine von Links dominierte Politik Schaden angerichtet. Es zeigt sich immer wieder, dass alle Schüler grundsätzlich gerne eine ihren Fähigkeiten entsprechende Leistung erbringen, wenn diese auch klar gefordert wird. Schüler lassen sich gerne messen. Was im Sport und in der Freizeit selbstverständlich ist, wurde in der Schule immer mehr verpönt. Die SVP ist ebenso klar der Meinung, dass Erziehung Aufgabe der Eltern ist und bleibt. Eltern haben ihre Kinder in der Erreichung von bestimmten Leistungen zu motivieren und sie darauf vorzubereiten.

Vorbereitung auf die Arbeitswelt
Fast 70 Prozent der Jugendlichen suchen nach der Grundschule einen Berufsabschluss. Diese Zahl ist wesentlich höher als in anderen Ländern, und unser Berufbildungssystem gehört denn auch weltweit zu den besten. Allerdings wird der Übergang von der Schule in die Berufswelt für Jugendliche immer schwieriger. Die Zahl der Lehrstellen ist unter anderem auch darum rückläufig, weil viele Schulabgänger die Anforderungen für gewisse Berufslehren nicht mehr erfüllen. Das bedeutet für die Grundschulen und damit auch für diese Lehrkräfte, dass sie sich wieder vermehrt an den Anforderungen der Arbeitswelt orientieren. Die Grundschule findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern sie hat unter anderem Jugendliche zu befähigen, eine erfolgreiche Berufslehre zu absolvieren, womit wir wieder beim Stichwort Leistung sind. Wenn der Staat langfristig etwas für ein besseres Lehrstellenangebot tun will, hat er die Schüler in der Grundschule besser auf die Arbeitswelt vorzubereiten.

Qualität vor Quantität
Die leistungsfeindliche Nivellierungspolitik der Linken zeigt ihre negativen Früchte nicht nur in der Grundschul- und Berufsbildung, sondern auch an den Universitäten. Dies kann nicht das Ziel des Standortes Schweiz im internationalen Wettbewerb sein. Hier ist eine bessere Steuerung zur optimalen Positionierung im internationalen Wettbewerb dringend notwendig.

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