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Der Forderungskatalog an die Bildungspolitik

Die SVP hat ein Grundlagenpapier erarbeitet, welches den Weg weist für eine Schule, die sich an Qualität und Leistung statt an Gleichmacherei und Zentralisierung orientiert. Die Probleme der durch…

Die SVP hat ein Grundlagenpapier erarbeitet, welches den Weg weist für eine Schule, die sich an Qualität und Leistung statt an Gleichmacherei und Zentralisierung orientiert. Die Probleme der durch Reformitis geplagten Schule sind gross und müssen endlich angepackt werden. Daher stelle ich Ihnen gerne den daraus resultierenden gekürzten Forderungskatalog vor. Sie finden diese Forderungen – werte Delegierte und Gäste – auch auf Ihren Tischen.

 

  • Die Volksschule hat sich an Qualität und Leistung statt an Gleichmacherei und Zentralisierung zu orientieren.
  • Die Schweizer Volksschule ist dem Souverän zu unterstellen. Bildungs-politische Prozesse müssen demokratisch kontrolliert werden, um die Schweizer Schulpolitik vom Volk und nicht von Bildungsbürokraten bestimmen zu lassen. Die SVP lehnt die Europäisierung des Schweizer Bildungswesens ab.
  • Die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) ist der demokratischen Kontrolle zu unterstellen. Die EDK ist keine Verfassungsinstitution und hat keinen demokratisch gerechtfertigten Auftrag.
  • Die Grundlagen und Entwürfe für den „Lehrplan 21″ sind abzulehnen. Der „Lehrplan 21″ hat keinen Auftrag durch das Schweizer Volk erhalten und kann von ihm auch nicht per Referendum abgelehnt werden. Ein verbindlicher Volksschullehrplan ist nur dann von Nutzen, wenn messbare Leistungsziele festgelegt werden und nicht die Gleichschaltung der Unterrichtsgestaltung und den damit verbundenen Ausbau der Bürokratie.
  • Die Verantwortung für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen liegt bei den Eltern. Die Volksschule übernimmt die Verantwortung für die Ausbildung, sie ist jedoch kein Ort der Nacherziehung.
  • In der Volksschule gilt das Klassenlehrer-System. Die Verwischung der Verantwortlichkeiten zwischen Lehrkräften, Sozialarbeitern, Psycho-logen und Behörden muss gestoppt werden. Die Arbeit der Lehrer muss vom erdrückenden Bürokratismus entschlackt werden, damit wieder Zeit für den Unterricht bleibt.
  • Leistungsbereitschaft, Disziplin und Ordnung als Voraussetzungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens müssen in der Schule gestärkt werden.
  • Lesen, Schreiben, Rechnen sind jene Grundfertigkeiten, die in der Volksschule vorrangig zu erlernen sind.
  • Im Kindergarten ist Mundart zu sprechen. Die Volksschule hat allen Schülern die Mundart und später den korrekten Gebrauch der Schriftsprache in Wort und Schrift zu vermitteln. Schüler, die mangels Sprachkenntnissen dem Unterricht nicht zu folgen vermögen, sind ausserhalb der Klasse gesondert zu unterrichten.
  • Leistungsmessung durch Notengebung. Schulleistungen sind zu benoten, jede Leistungsbeurteilung muss für Aussenstehende verständlich sein.
  • Der «integrative Unterricht» ist ein falsches Konzept. Für schwächer begabte, je nachdem auch für behinderte Kinder bleiben Sonderklassen und Sonderschulen jene Institutionen, wo ihre bestmögliche Förderung garantiert werden kann. Schüler, die Regelklassen zugeteilt werden, müssen dem Unterricht ohne zusätzliche Einzelbetreuung folgen können. Für verhaltensgestörte Jugendliche insbesondere der Oberstufe sind Sonderklassen zu führen.
  • Das Projekt Basisstufe ist nicht weiter zu verfolgen. Die bisherigen Versuche mit der Basisstufe konnten keinen grösseren Lernerfolg bei den Kindern nachweisen. Hingegen werden die finanziellen Folgen jeden bisherigen Rahmen sprengen.
  • Entlastung der Gemeinden von den untragbaren finanziellen Folgen der zentralistischen Schulreformen. Flächendeckende Tagesstrukturen sind abzulehnen. Diese sind in der Kompetenz der jeweiligen Gemeinden anzusiedeln. Insbesondere gebundene Kosten müssen hinterfragt und auf kantonaler Ebene korrigiert werden.
  • Beibehaltung des dualen Ausbildungssystems. Das bewährte duale Schweizer Ausbildungsmodell ist allen europäischen überlegen.
  • Eine obligatorische Aufnahmeprüfung für den Besuch von Mittelschulen. Die Abschaffung der Aufnahmeprüfungen hat in den entsprechenden Kantonen zu einer unnötigen Nivellierung nach unten geführt.

Werte Delegierte und Gäste, dies sind die Forderungen in aller Kürze der SVP an die Schulpolitik. Das Ziel der Erziehung ist es, dass Kinder zu verantwortungsbewusstem Leben in einem demokratisch aufgebauten, freiheitlichen Staat befähigt werden. Dafür setzen wir uns ein als SVP, als eine Partei, die auf Eigenverantwortung und Freiheit setzt. Wenn wir heute diese Forderungen beschliessen, werden wir SVP-Mandatsträger in den Exekutiven und in den Parlamenten in den Kantonen und Gemeinden beauftragen, diese in der Praxis mit grossem Einsatz umzusetzen. Ich danke Ihnen alle für Ihren Einsatz.

 

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