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Referat
Medienkonferenz vom 21. Juli 2006

Der umweltfreundliche Schweizer Strommix

Unser Land ist auf eine sichere, günstige, unabhängige und umweltfreundliche Stromproduktion angewiesen. Die schweizerische Stromproduktion stützt sich deshalb seit Jahrzehnten hauptsächlich auf die E

Unser Land ist auf eine sichere, günstige, unabhängige und umweltfreundliche Stromproduktion angewiesen. Die schweizerische Stromproduktion stützt sich deshalb seit Jahrzehnten hauptsächlich auf die Energieformen Wasser- und Kernkraft. Diese beiden Energieträger erfüllen die erwähnten Anforderungen am besten. Der schweizerische Strommix besteht heute aus gut 55 Prozent Wasserkraft, 40 Prozent Kernenergie sowie knapp 5 Prozent aus konventionell-thermischen und anderen Kraftwerken. Dabei machen die alternativen Energieformen wie Wind und Photovoltaik nur einen Bruchteil aus. Der Anteil aller neuen erneuerbaren Energien beträgt lediglich ca. 1,5 Prozent. Selbst bei einer starken Förderung aller alternativen Energieformen würden diese bis 2035 höchstens einen Anteil von 10 Prozent des heutigen Strombedarfes decken. Die Hauptpfeiler unserer Stromproduktion bleiben deshalb auch langfristig die Wasser- und Kernkraft.

Förderung der Wasserkraft
Dank unserer geographischen Lage besitzen wir eine gute Ausgangslage bezüglich der Stromproduktion mit Wasserkraft. Aus diesem Energieträger ist deshalb auch in Zukunft der grösstmögliche Nutzen zu ziehen. Dazu müssen die Rahmenbedingungen, z.B. die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich der Restwassermengen, verbessert werden. Sodann soll der Ausbau bestehender Anlagen, soweit technisch und wirtschaftlich sinnvoll, ermöglicht und Reserven ausgeschöpft werden. Im Interesse einer günstigen und sicheren Stromversorgung ist der Anteil der Wasserkraft am nationalen Strommix auszubauen.

Unverzichtbare Kernenergie
Neben der Wasserkraft ist Strom aus Kernkraftwerken mit 40 Prozent der zweitwichtigste Energieträger. Auch dieser Energieträger erfüllt die Anforderungen, die an eine sichere, günstige, umweltfreundliche und unabhängige Stromproduktion gestellt werden. Unsere Kernkraftwerke sind im internationalen Vergleich technisch auf einem sehr hohen Stand und unsere Spezialisten verfügen über ein grosses Fachwissen. In den letzten Jahrzehnten wurden auch enorme Anstrengungen unternommen, um neue Reaktorkonzepte zu entwickeln. Die Reaktoren der dritten Generation bestechen durch höhere Kapazitäten und Wirkungsgrade sowie durch zusätzliche Sicherheit.
Zudem gewährleistet die Kernenergie ein grosses Mass an Unabhängigkeit vom Ausland. Zwar verfügen wir in der Schweiz über keine Uranvorkommen. Die Versorgung mit Brenn-Elementen ist jedoch durch langfristige Lieferverträge gesichert. Überdies befindet sich im Gegensatz zu den Öl- und Erdgasreserven ein Grossteil der Uranvorkommen in politisch sicheren Regionen, wie beispielsweise Kanada oder Australien. Im Interesse einer möglichst hohen Versorgungsautonomie kann in Zukunft auf die Kernenergie nicht verzichtet werden. Die bestehenden Kernkraftwerke sind deshalb solange zu betreiben, wie ihre Sicherheit gewährleistet werden kann. Der Betrieb darf auch nicht durch immer neue, vorwiegend politisch motivierte Auflagen und Abgaben erschwert werden. Am Ende ihrer Lebensdauer sind die bestehenden Kernkraftwerke durch neue Kraftwerke zu ersetzen.

Dringend ist auch die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle zu lösen. Dabei handelt es sich nicht nur um Abfälle aus Kraftwerken sondern u.a. auch um Abfälle aus Industrie und Forschung. Unseres Erachtens sind bei der Realisierung eines Endlagers in der Schweiz die Hindernisse weniger ein wissenschaftlich-technisches als vielmehr ein politisches Problem. Im Interesse unserer zukünftigen Energiepolitik und unseren nachfolgenden Generationen ist die Lösung dieser Problematik aber vordringlich und darf nicht aus ideologischen Gründen verzögert oder gar verhindert werden.

Weitere Energieformen
Obwohl alternative Energieformen die Wasser- und Kernkraft nicht ersetzen können, kommt ihnen trotzdem eine wichtige Rolle in der künftigen Energiepolitik zu. Wir müssen in Zukunft alle technisch möglichen und wirtschaftlich sinnvollen Energieformen nutzen. Dabei hat insbesondere die Energie aus Biomasse das Potenzial, einen Beitrag zur einheimischen Stromerzeugung zu leisten. Dabei ist Holz die mit Abstand wichtigste Biomasse-Ressource der Schweiz.

Im Bereich Biomasse kommt der Landwirtschaft in Zukunft eine grössere Bedeutung zu. So können Raps oder Zucker, aber auch Biogas, einen wichtigen Beitrag zur grösseren Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern im Brenn- und Treibstoffbereich leisten. Diese Energieformen können auch als eine Chance für unsere Bauern betrachtet werden. Allerdings gilt es auch in diesem Bereich, bestehende Hürden abzubauen. So sollte beispielsweise die Bewilligungspraxis für neue Anlagen vereinfacht werden. Naturgemäss stehen solche Anlagen oftmals ausserhalb von Bauzonen und unterliegen deshalb restriktiven Vorschriften. Im Bereich der erneuerbaren Energien kann auch die Geothermie in Zukunft einen Beitrag zu einer unabhängigen Versorgung leisten. Geothermische Kraftwerke brauchen wenig Platz und bestechen im Vergleich zur Solar- und Windenergie durch eine hohe Verfügbarkeit. Diese positiven Eigenschaften sind Gründe dafür, warum solche Projekte zur Produktion von Strom und Wärme künftig vermehrt angegangen werden. Die Produktionskosten sind allerdings noch sehr hoch.

Im Sinne einer Diversifizierung begrüssen wir auch den vermehrten Einsatz von Wind- und Sonnenenergie. Hier hat die Technik schon einige Fortschritte gemacht. Auch bei diesen Energieformen sind die Produktionskosten allerdings noch sehr hoch.
Ein weiterer Vertreter zur Sicherstellung unserer Energieversorgung ist Erdgas. Insbesondere zur kurzfristigen Schliessung der Stromversorgungslücke kann Erdgas eine wichtige Rolle spielen. Stromkraftwerke, welche mit Erdgas betrieben werden, können innert kürzester Zeit aufgebaut werden und besitzen eine hohe Produktionskapazität. Erdgas zur Stromerzeugung hat jedoch zwei gravierende Nachteile. Es ist nicht CO2-neutral und muss importiert werden. Sollte die Schweiz in Zukunft Gaskraftwerke zur Stromerzeugung nutzen, würden Lieferschwierigkeiten, wie anfangs dieses Jahres als der russische Energieproduzent Gasprom der Ukraine aus politischen Gründen den Gashahn zudrehte, neben dem übrigen Europa auch unser Land treffen. Aufgrund dieser Tatsachen und weil wir mit dem aktuellen Strommix aus mehrheitlich Wasser- und Kernkraft bereits eine fast CO2-freie Stromproduktion besitzen, hat sich die Nutzung von Erdgas nicht auf die Stromerzeugung, sondern auf den Brenn- und Treibstoffbereich zu konzentrieren.

Strommix der Zukunft
Aus den erwähnten Gründen ist ein schweizerischer Strommix wichtig, der unserem Land und unserer Bevölkerung eine sichere, günstige, unabhängige und umweltfreundliche Stromproduktion gewährleistet. Es muss deshalb verstärkt auf die beiden Hauptpfeiler Wasserkraft und Kernenergie gesetzt werden. Bei beiden Energieträgern sind technische Verbesserungen und eine Erhöhung der Produktion zu ermöglichen. Bei der Kernenergie und der Entsorgung radioaktiver Abfälle sind bauliche Massnahmen aus technischer und nicht aus  ideologischer Sicht zu beurteilen. Der Ersatz von bestehenden Kernkraftwerken muss zur Vermeidung von Energieengpässen frühzeitig eingeleitet werden. Erneuerbare Energieformen haben sich, wie alle anderen Energieträger auch, am Markt zu bewähren

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Hans Rutschmann
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