Mitmachen
Referat
Medienkonferenz vom 01. September 2008

Goldreserven der Schweizer Nationalbank verbindlich sichern!

Die Schweizer Nationalbank sollte ihr Gold nicht verkaufen, sondern für den Notfall aufbewahren. Sie sollte ihre Reserven aufgrund der jüngsten Erfahrungen vergrös­sern; dabei soll auch der Goldbestan

Die Schweizer Nationalbank sollte ihr Gold nicht verkaufen, sondern für den Notfall aufbewahren. Sie sollte ihre Reserven aufgrund der jüngsten Erfahrungen vergrös­sern; dabei soll auch der Goldbestand angemessen aufgestockt werden. Um im Notfall auf das Gold zurückgreifen zu können, ist dieses in der Schweiz zu lagern.

Keine weiteren Goldverkäufe durch die Nationalbank
Bis Mitte der 90er-Jahre besass die Schweiz pro Kopf der Bevölkerung die grössten Goldbe­stände der Welt. Bei der Schweizer Nationalbank lagen 2‘600 Tonnen Gold. Noch im Jahr 1996 erklärte der Bundesrat, es käme nicht in Frage, dieses „Familiensilber“ zu ver­äussern.

Massive Verkäufe in den letzten Jahren
Damals (1996) waren die Angriffe gegen die Schweiz aktuell, sie habe im Zweiten Weltkrieg eine negative Rolle gespielt. Diese Angriffe veranlassten den dama­ligen Bundespräsidenten Arnold Koller am 5. März 1997 vor dem Nationalrat anzuregen, die Schweiz solle Gold im Wert von 7 Milliarden Franken verkaufen, um damit eine „Solidaritäts­stiftung“ zu errichten. Damit war die Idee geboren, bei einem Teil des Goldes handle es sich um „überschüssige“ Re­ser­ven, auch wenn die Solidaritätsstiftung später vom Schweizer Volk an der Urne verwor­fen wurde.

In der Folge veräusserte die Nationalbank in grossem Umfang Gold, ohne dass das Parla­ment be­fragt wurde und ohne dass sich das Schweizer Volk zur Frage eines Verkaufs hätte äussern können (die Bevölkerung konnte nur zur Frage Stellung nehmen, wie der Erlös des Goldverkaufs ver­wendet werden solle).

Vorerst wurden von den 2‘600 Tonnen deren 1‘300 – also die Hälfte – verkauft, wesentlich mehr, als für die Solidaritätsstiftung zur Diskussion gestanden hatte. Entgegen der Ankün­digung, dass danach Schluss sei, entschied die Nationalbank 2007, weitere 250 Tonnen zu veräussern. Dieser Verkauf ist weitgehend abgeschlossen, womit der Bestand auf rund 1‘050 Tonnen gesunken ist.

Weitere Verkäufe drohen
Im August 2008 wurden in den Medien Gerüchte laut, dass auch die verbleibenden Goldreserven in absehbarer Zukunft verkauft werden sollen. Die Nationalbank-Spitze dementierte umgehend; weitere Ver­­käufe stünden nicht zur Debatte. Selbst wenn die heutigen Verantwortlichen die Haltung vertreten, es werde kein zusätzliches Gold verkauft, so kann in wenigen Jahren alles anders sein. Nur wenn die Poli­tik verbindlich statuiert, dass das Gold als spezielle Reserve zu behandeln und zu bewahren ist, kann sicher gestellt werden, dass es nicht verkauft wird.

Vielerorts wird heute die Meinung vertreten, die Nationalbank könne an Stelle von Gold ebenso gut Fremdwäh­run­gen halten. Je mehr diese Meinung vertreten wird, desto weniger ist sicher gestellt, dass die Nationalbank künftig ihr Gold behalten wird. Der Spielraum, den die Ver­fassung gewährt, ist gross. Die Nationalbank könnte weitere Goldverkäufe tätigen und trotz­dem argumentieren, dass die verfassungsmässige Vorschrift, „einen Teil“ der Reserven in Gold zu halten, immer noch erfüllt sei.

Gold ist eine Reserve für Krisenfälle
Nach Meinung der SVP ist es verfehlt, von überschüssigen (Gold-) Reserven zu sprechen. Die Nationalbank sollte ihr Gold nicht als normale Portfolio-Diversifikation betrachten, son­dern als nationale Versicherung für den Fall einer schweren nationalen Krise. Es soll als Re­ser­ve dienen für den Fall, dass das moderne Finanzsystem und die Papiergeldwährungen zusammenbrechen.

Die heutigen Spekulationen mit zahlreichen Hedgefunds und Derivaten, Überliquiditäten und Schuldenblasen haben die Geld­wirtschaft unübersichtlich werden lassen. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass Märkte zusammenbrechen können und dass Notenbanken faktisch gezwungen sein können, massive Mittel einzuschiessen. Niemand kann zuverlässig sagen, welche psychologische Wirkung Gold auf die Stabilität einer Währung hat und welche Rolle es künftig allenfalls wieder spielen könnte. Die Gefahr, dass sich die Finanzmärkte weltweit auf eine Krise zu bewegen, von der auch die Schweiz betroffen werden könnte, ist grösser geworden. In Krisenzeiten könnte das Gold plötzlich stärker sein als Währungen wie der Euro oder der Dollar.

Im Notfall könnte Gold per Tauschhandel beim Rohstofferwerb eingesetzt oder in die akzeptierte Währung umgetauscht werden. Die Nationalbank sollte deshalb nach Auffassung der SVP die verbleibenden Gold-Reserven behalten und – und im Rahmen der Vergrösserung der Währungsreserven – auch den Goldbestand angemessen erhöhen.

Keine politische Einmischung in die Nationalbankentscheide
Die Politik soll sich nicht in die Geschäfte der Nationalbank einmischen. Dieser Grundsatz ist im­mer noch richtig, allerdings sollte der Goldbestand im oben erwähnten Sinne als Notgro­schen für einen Krisenfall in Reserve behalten werden.

Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang, dass auch andere wichtige Staaten – vor allem im Nahen und Fernen Osten – auf Gold setzen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der ehemalige amerika­nische Notenbank­chef Greenspan erklärt hat, die USA würden kein Gramm Gold verkaufen, weil es den Notgroschen des ameri­kanischen Volkes darstelle. Er­wähnenswert sind zudem ähnliche vor den Goldverkäufen gemachte Äusserungen von Schweizer Politikern. So tönte es aus der zuständigen Kommission des Ständerats, das Gold sei Volksvermögen, das „wir in seiner Gesamtheit bewahren wollen. (…) Das Familiensilber soll nicht veräussert werden. Wir möchten dieses Vermögen der Schweiz in der Substanz erhalten“. Auch die Ständeratskom­mission ging mit anderen Worten davon aus, dass sich die Nationalbank an diese politische Auflage halten solle.

Goldreserven in der Schweiz aufbewahren
Wenn der Goldbestand im oben erwähnten Sinne als Reserve für den Notfall betrachtet wird, so ist es nur folgerichtig, zu verlangen, dass das Gold physisch in der Schweiz gelagert wird. Wenn es – was zum Glück unwahrscheinlich ist – zu einer schweren Krise kommt, muss die Schweiz sicher sein, dass sie in einer Notlage über das Gold verfügen kann. Gold, das ausgeliehen oder woanders gelagert ist und somit blockiert werden kann, nützt im Krisenfall nichts.

Für den Notfall muss vielmehr si­cher­gestellt sein, dass unser Land ungehinderten Zugriff zum Gold hat. Es sei in diesem Zusammenhang in Erinnerung gerufen, dass die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs grosse Teile Gold in die USA transferiert hatte. Dort wurde es dann von den USA blockiert, aus Angst, es könne Hitlerdeutschland in die Hände fallen.

Zur Zeit ist unbekannt, wo sich das Gold der Schweizer Nationalbank befindet. Die Bevölke­rung wird vorenthalten, wo sich sein „Volksvermögen Gold“ befindet. Nicht einmal höchste Politi­kerinnen und Politiker wissen Bescheid. Die damalige Stellungnahme von Bundesrat Villiger, er wisse nicht, wo sich das Gold befinde und er wolle es auch nicht wissen (03.5038 Fragestunde: Schweizer Gold in den USA), muss zu denken geben.

Artikel teilen
Themen
mehr zum Thema
Parteizeitung
Artikel teilen
20.11.2018, von Franz Grüter
Politik und Wirtschaft aber auch die gesellschaftlichen Entwicklungen werden immer unberechenbarer. Damit sind die Folgen für die... mehr lesen
Parteizeitung
Artikel teilen
20.11.2018, von Thomas Matter
Der Automatische Informationsaustausch in Steuersachen (AIA) soll auf immer mehr Länder ausgedehnt werden. Nach dem Fall Khashoggi... mehr lesen
Medienmitteilung
Artikel teilen
07.11.2018
Im Rahmen der heute beginnenden Beratungen in der Finanzkommission des Nationalrates fordert die SVP beim Voranschlag 2019... mehr lesen
weiterlesen
Themen & Standpunkte
Energiepolitik

Für eine sichere und günstige Energieversorgung

Landwirtschaftspolitik

Für eine einheimische Produktion

Religionen

Zu unseren Werten stehen

Medienpolitik

Mehr Vielfalt, weniger Staat

Wirtschaftspolitik

Mehr Wirtschaftsfreiheit statt Bürokratie

Asylpolitik

Asylchaos endlich beenden

Bürger & Staat

Bedrohte Freiheit verteidigen

Sonderfall Schweiz

Selbstbestimmt und selbstbewusst

Umweltpolitik

Intakte Umwelt für uns und unsere Nachkommen

Social Media
Besuchen Sie uns bei:
Oder öffnen Sie unsere Social Pinwand. Alle Posts und Bilder auf einer Seite.
Newsletter
Wenn Sie regelmässig über die SVP und unsere Arbeit informiert werden wollen, abonnieren Sie hier unseren Newsletter.
Schweizerische Volkspartei SVP, Generalsekretariat, Postfach, 3001 Bern
Tel. 031 300 58 58 – Fax 031 300 58 59 – E-Mail: info@svp.ch – PC: 30-8828-5

Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen


Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten und Zugriffe auf unsere Webseite analysieren zu können. Ausserdem geben wir Informationen zur Nutzung unserer Webseite an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen
Ich bin einverstanden