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Referat
Medienkonferenz vom 12. April 2013

Lehren ziehen – Anforderungen der Berufswelt berücksichtigen

So erfolgreich das duale System der Berufsbildung auch sein mag, es gibt innerhalb der Schweiz deutliche Unterschiede. Die Lehrlingsausbildung in der Deutschschweiz ist insgesamt erfolgreicher und wir

von Philipp Stauber, Lausanne (VD), Unternehmer   

Die Situation in der französischsprachigen Schweiz

So erfolgreich das duale System der Berufsbildung auch sein mag, es gibt innerhalb der Schweiz deutliche Unterschiede. Die Lehrlingsausbildung in der Deutschschweiz ist insgesamt erfolgreicher und wird mit mehr Engagement aller Beteiligten angegangen. Es besteht ein deutliches Ost-West-Gefälle der Abschlussquoten betrieblicher Lehren auf Sekundarstufe II, was sich auch in der Jugendarbeitslosigkeit spiegelt. Der Ursprung liegt im Bildungssystem der Suisse Romande, welches die betriebliche Berufslehre hat verkümmern lassen. Einerseits wird eine möglichst hohe Maturitätsquote angestrebt, andererseits werden Lehren vermehrt an Berufsfachschulen und Fachmittelschulen absolviert. Für viele Schulabgänger ist dies der bequemere Weg.

Es bestehen auch innerhalb der Suisse Romande grosse Unterschiede. So hat die betriebliche Berufsausbildung im Kanton Wallis einen höheren Stellenwert als in der Stadt Genf. Dasselbe gilt allerdings auch für die Volksschule. Es ist kein Zufall, dass die Walliser Schüler in der Schweiz zu den Besten gehören, während sich Genf, Waadt, Neuenburg und Jura in der Regel die letzten Plätze streitig machen. Die betriebliche Lehre wird in der Waadtländer und Genfer Politik bestenfalls mit Worten gefördert. Dass Taten fehlen, zeigt die Tatsache, dass im Kanton Waadt knapp ein Drittel der Schulabgänger nach der Volksschule ein Brückenangebot in Anspruch nimmt. Zudem führen hohe Ausfallraten durch Lehrabbrüche und nicht bestandene Lehrabschlussprüfungen zu Zusatzschlaufen in der Ausbildung. Ähnliches gilt allerdings auch für die Gymnasien. Bemerkenswert ist auch, dass viele der eingewanderten Unternehmen im Genferseeraum die duale Berufsbildung schlecht kennen und sich zu wenig darin engagieren.

Was sind unsere gesamtschweizerischen Ziele?

  1. Die Volksschule hat sich zu weit von den wirtschaftlichen Realitäten der Schweiz und den beruflichen Anforderungen entfernt. Die Bedürfnisse der Berufswelt sollen im Schulalltag wieder vermehrt ernstgenommen und angemessen berücksichtigt werden
  2. Wir müssen die duale Berufsausbildung stärken, wobei insbesondere der qualifizierten und anspruchsvollen Arbeit im Betrieb eine zentrale Rolle zukommt. Sie ist der Königsweg zur Eingliederung der Jugend in Gesellschaft und Wirtschaft.
  3. Die Volksschule soll die Sekundarschüler der B- und C-Klassen sorgfältig auf den Einstieg in die Berufswelt vorbereiten.

Was ist dabei ausschlaggebend?

  • Wichtig ist zunächst die Beherrschung der Grundkenntnisse in mindestens einer Landessprache und in Mathematik. Eine Zwischenbilanz im zweiten Sekundarschuljahr und eine gezieltes Schliessen von Lücken kann hier zielführend sein.
  • Ebenso wichtig ist die Entwicklung persönlicher Stärken wie Leistungsbereitschaft und Ausdauer, Zuverlässigkeit, Konzentrationsvermögen, Autonomie und Selbstverantwortung, sowie die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung gegenüber anderen.
  • Eine brauchbare Allgemeinbildung und ein solides Grundverständnis der Anforderungen und Erwartungen seitens der Arbeitgeber und der Wirtschaft ebnen den Weg zum beruflichen Einstieg und Erfolg.
  • Aussagekräftige Leistungsbeurteilungen durch die Schule sollen Auskunft geben über den Bildungsstand und das Leistungsvermögen der angehenden Lehrlinge. Damit erübrigt sich in vielen Fällen ein Aufnahmetest durch den Arbeitgeber.
  • Die Schule soll den Jugendlichen das Urvertrauen und die Zuversicht geben, dass in der Schweiz jeder gute Chancen hat, mit einer soliden Berufsausbildung und einer guten Leistung seine Lebensziele zu erreichen. 
  • Eine solide Vorbereitung der dualen Berufslehre vor dem Übertritt von der Volksschule in die Berufslehre vermindert Unsicherheiten, Zusatzschlaufen und unnötige Lehrabbrüche. Im Vordergrund stehen hier Schnupperlehre, Besuche und Lehrtage, Projektarbeit und eine gesunde Wettkampfkultur.

Was läuft heute falsch?

Die Volksschule trägt diesen Anliegen heute zu wenig Rechnung. Eine von Überzeichnungen geprägte Abwehrhaltung gegenüber der vermeintlichen „Ökonomisierung der Schule“ führt ins Abseits. Lehrer und Schulbehörden verfügen über zu wenig praktische Kenntnis der privatwirtschaftlichen Arbeitswelt. Eine insgesamt ungenügende Vorbereitung der Jugendlichen auf die betriebliche Wirklichkeit führt zu Unsicherheit, Frustration und zu unnötigen Lehrabbrüchen. Damit ist nicht gemeint, dass die Wirtschaft sich in die Tätigkeit der Schule einmischt und über Unterrichtsinhalte oder -methoden mitbestimmt. Erwartet wird aber, dass die Volksschule ihren eigenen Auftrag vollumfänglich erfüllt und die schulischen Voraussetzungen zum erfolgreichen Absolvieren einer Berufslehre schafft.

Fazit

Nicht alles läuft schlecht, vieles läuft gut. Was es unbedingt braucht, ist ein klares Bekenntnis zur dualen Berufsausbildung und dessen tatkräftige Umsetzung in der Volksschule. Als grösste Partei der Schweiz hat die SVP hier eine klare Vorbildfunktion. Sie nimmt diesen Auftrag konsequent wahr.

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