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Referat
Medienkonferenz vom 07. Mai 2009

Nur wenn die Volksschule ihren Auftrag erfüllt, kann die Wirtschaft wachsen

Die SVP hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Ausrichtung der Volksschule befasst. An einem Sonderparteitag im vergangenen Sommer haben die SVP-Mitglieder den richtigen Weg, und…

Die SVP hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Ausrichtung der Volksschule befasst. An einem Sonderparteitag im vergangenen Sommer haben die SVP-Mitglieder den richtigen Weg, und somit die Abkehr der 68-Ideologie, klar definiert. Der Lehrplan 21 widerspricht den Forderungen unserer Partei für eine starke und leistungsorientierte Schule in den wichtigsten Kernfragen. Ausserdem zeigt dieser, dass die EDK die Schule mit immer mehr Reformen weiter schwächen wird und die daraus resultierende Überforderung der Lehrer und Schüler in keiner Weise ernst nimmt.

Unsere Wirtschaft braucht leistungsfähige junge Menschen
Zum Kern der Ideologie der 68-er gehört die Verneinung konkreter, dem Einzelnen übertragener Verantwortung. Das Bekenntnis zur „kollektiven Verantwortung“ mündet in der Ablehnung individueller Leistung, Disziplin und Autorität. Also jene Attribute, die gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig sind.

Leistung wurde durch die Achtundsechziger deshalb bekämpft, weil Leistung messbar ist. Leistung dokumentiert Ungleichheit. Das wollen die 68er-Ideologen, welche in den Schaltzentralen der Bildungsinstitutionen sitzen, nicht zulassen. Wenn ich nun aber Lehrlinge oder Lehrabgänger in unserem Betrieb einstelle, zählt für mich hauptsächlich die erbrachte Leistung.

Der Lehrplan 21 lehnt klar abgegrenzte Schulfächer – Naturkunde, Geographie, Physik, Chemie, Geschichte usw. – ab. Stattdessen sieht er Unterricht in „Bereichen“ vor, z.B. zu „Migration“, zu „Menschenrechten“, zum „Klimawandel“ oder zu „nachhaltiger Entwicklung“ vor. Fach- und Sachkunde wird vom Lehrplan 21 offensichtlich nicht angestrebt, wohl aber Geplapper ohne Fundament. Das Gelernte darf nicht mehr in Noten bewertet werden, vielmehr zählen Grundkompetenzen. Wie soll ich nun als Lehrmeisterin bei der Prüfung der Bewerbungen beurteilen können, wer sich für unseren Betrieb eignet? Für eine Lehre, bei der Handwerk, Mathematik, Physik und Deutsch für den weiteren Erfolg ausschlaggebend sind? Unsere Wirtschaft braucht Fachkräfte, junge Menschen die die Grundfertigkeiten in der Schule lernen, Arbeitende, die nicht ideologisch beeinflusst wurden sondern ihre Fähigkeiten kennen.

Darum zwei Hauptforderungen der SVP für die Bildungspolitik aus Unternehmersicht:

  • Ein für die Volksschule aller Kantone verbindlicher Lehrplan muss zumindest für die Kernfächer Landessprache, Mathematik und Fremdsprache – auf der Sekundarschule-Stufe zusätzlich für die naturwissenschaftlichen Fächer – klare, messbare Leistungsziele für jede Klasse definieren.
  • Schulleistungen sind konsequent zu benoten. Pro Schuljahr sind zwei Zeugnisse mit Noten auszustellen, die ausschlaggebend sind für Promotion oder Repetition.

Nicht nur für die Wirtschaft und Ausbildenden, sondern auch für die Schüler selber muss das Leistungsprinzip wieder gefordert werden. Zum Leisten gehört beharrliches Üben. Also eine Fähigkeit, die insbesondere im Berufsleben einen grossen Stellenwert einnimmt. Die Illusion vom „lustbetonten Lernen“ ist verflogen. Gerade schwächere Schüler sollen lernen und erfahren, dass mittels beharrlichem, geduldigen Üben Ziele erreicht werden können, die anfänglich unerreichbar schienen. Diese Beharrlichkeit kann nur mit Noten gemessen werden und steigert so auch die Freude am Leisten und am Leistungserfolg. Dies erst in der Arbeitswelt zu erlernen, ist zu spät. In der Ausbildung haben wir dazu schlichtweg keine Zeit mehr.

Volksschule für das Volk, nicht für Bürokraten

Der jetzt vorgelegte Lehrplan lässt die Lehrmeister und Lehrlingsbetreuer aussen vor. Gerade in Zeiten einer schweren, möglicherweise länger anhaltenden Rezession, also heute wo Leistungserfüllung für jeden Betrieb zur Existenzfrage wird, hat der Lehrplan jungen Menschen optimale Start-Chancen ins Berufsleben zu sichern. Schwammige Umschreibung ungenügender Kernkompetenzen nützen weder dem Schüler noch dem Lehrmeister. Darum fordert unsere Partei:

  • Die Erarbeitung des Lehrplans muss viel breiter abgestützt sein. Dieser darf nicht in der „geschützten Werkstatt“ der EDK-Bürokratie entstehen. Zu dessen Erarbeitung sind vielmehr erfahrene, im Beruf stehende und mit Berufspraxis vertraute Lehrkräfte und Vertreter der Berufswelt (Lehrmeister, Lehrlingsbetreuer) beizuziehen.

Der Lehrplan hat gemäss Bildungsartikel einen wichtigen Auftrag zu erfüllen: Einheitliche Ziele festlegen. Der vorgelegte Entwurf schiesst weit übers Ziel hinaus, Grundsätzliches geht im Wirr-Warr des ideologisch Wünschenswerten unter. Eine fundierte Ausbildung wird aber nicht nur durch Lehrpläne geschaffen sondern primär durch eine motivierte Lehrerschaft und wissbegierige, lernbereite und leistungsorientierte Schüler. Aus diesem Grund präsentiert ihnen die SVP an der heutigen Pressekonferenz neben der Vernehmlassungsantwort zum Lehrplan 21 die Positionspapiere zur Schulleistung sowie zur Lehrerschaft.

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Jasmin Hutter
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