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Warum eine Motorrad – Landsgemeinde?

Heute ist ein historischer Moment hier auf dem Raten im Kanton Zug. Ist Ihnen das eigentlich bewusst? Meines Wissens gab es noch nie in der Schweiz, und in der übrigen Welt schon gar nicht, eine…

Heute ist ein historischer Moment hier auf dem Raten im Kanton Zug. Ist Ihnen das eigentlich bewusst? Meines Wissens gab es noch nie in der Schweiz, und in der übrigen Welt schon gar nicht, eine spezielle Landsgemeinde – also ein Urinstrument unserer Demokratie – für die Motorradgemeinschaft. Warum machen wir diese spezielle Landsgemeinde, warum gehen wir diesen ungewohnten Weg?

Es ist unbestritten: Motorradfahrer sind individuelle Menschen und lieben die Freiheit über alles. Ja, ich bin einer von Euch, ich bin ein wirklicher Töff-Fan von Kindsbeinen an, so wie es kürzlich eine Fachzeitschrift geschrieben hat. Ja, ich habe auch heute hier auf dem Raten drei Hüte an, aber diese passen perfekt zusammen! Nach wie vor übe ich meinen Beruf aus. Ich bin aber auch Politiker und Präsident der Schweizerischen Motorrad Föderation FMS und eben auch ein waschechter Motorradfahrer mit Erfahrung im Rennsport. Ich liebe die Freiheit über alles, darum bin ich 1991 auch in die Politik eingestiegen. Das hätte ich mir früher nie vorstellen können. Ich wollte nie Politiker werden, aber ich sah, dass die Freiheit auch in unserem Lande zunehmend in Gefahr ist und immer mehr eingeschränkt wird, und zwar in vielen Bereichen, so auch bei uns Motorradfahrern.

Die Phantasie bei der Schaffung neuer Verbote, Vorschriften, Schikanen und Abgaben scheint grenzenlos zu sein. Unter dem Deckmantel des Umweltschutzes und der Sicherheit finden die unglaublichsten Ideen Eingang in die Debatte. Natürlich gibt es auch sinnvolle Verbesserungen in den Bereichen des Umweltschutzes oder der Sicherheit.

Am 23. Oktober wählen wir den Nationalrat und den Ständerat für die nächsten vier Jahre neu. Damit werden die Weichen für die Entwicklung unseres Landes auch wieder neu gestellt. Gerade für uns Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer ist es enorm wichtig, dass wir wirkungsvoll in Bern vertreten sind. Aus diesem Grund werden wir hier eine Resolution verabschieden, welche unsere zentralen Anliegen für die Politik festhält. Anliegen, die wir als klaren Auftrag an die Politik in Bern für die neue Legislatur 2011-2015 geben.

Einiges kommt auf uns zu. Es wird beispielsweise heute schon über einen möglichen Benzinpreis von vier Franken diskutiert. Damit soll alles Mögliche, nur nicht der Privatverkehr finanziert werden. Der Individualverkehr verkommt zunehmend zur Milchkuh der Nation. Dagegen müssen wir uns wehren, ebenso wehren wir uns gegen die latente Diskriminierung des Motorsportes in der Schweiz. Als einziges Land haben wir immer noch ein Rundstreckenrennverbot. Für die erlaubten Motorsportarten ist es nach wie vor schwierig Bewilligungen für Anlässe und Trainingspisten zu bekommen. Und dies, obwohl unser Land beim Motorradsport eine Spitzennation ist und immer wieder Weltmeister hervorbringt.

Auch bei der Verkehrssicherheit muss für uns Motorradfahrer einiges geschehen, denn mehr als die Hälfte der Motorradunfälle werden von den anderen Verkehrsteilnehmern verursacht. Ebenfalls muss die Verkehrsinfrastruktur dringend verbessert werden. So muss z.B. der Unterfahrschutz bei den Leitplanken in den Kurven im ganzen Land zur Pflicht werden, oder denken wir auch an die Bäume, welche als Fahrbahntrennung auf unseren Strassen einfach nichts zu suchen haben. Solche und weitere Forderungen werden wir heute an dieser Landsgemeinde mit einer Resolution verabschieden.

Glauben Sie mir, wenn wir auch in 10 Jahren noch Motorradfahren wollen, müssen wir uns jetzt endlich zur Wehr setzen, und zwar unabhängig davon, ob wir das Motorrad als Transportmittel, Sportgerät oder Hobby benützen. Der ganze Motorradsektor ist in Gefahr. Nur gemeinsam können wir Erfolg haben. Die 650’000 motorisierten Zweiradfahrer brauchen eine gemeinsame Stimme, um unseren Anliegen auch auf höchster Ebene Gehör zu verschaffen. Hier und heute machen wir den ersten Schritt dazu, und nachher müssen unsere Forderungen vom neu gewählten Parlament umgesetzt werden.

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