Mitmachen
Vernehmlassung

Änderungen der Verordnung über die Krankenversicherung und der Krankenpflege-Leistungsverordnung (Zulassung der Podologinnen und Podologen als Leistungserbringer im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP); Spitalkostenbeitrag)

Die SVP Schweiz fordert, dass bei den Podologinnen und Podologen zuerst die Qualitätsstandards angehoben werden, bevor sie auf Anordnung der Ärzte selbständig auf OKP abrechnen dürfen und eine weitere Mengenausweitung über die Prämienzahlenden hereinbricht.

Das BAG schätzt, dass heute rund 20’000 von Diabetes betroffene Personen eine medizinische Fusspflege in Anspruch nehmen, aber die epidemiologischen Daten bis zu 250’000 Personen ausweisen, die aufgrund von Diabetis eine medizinische Fusspflege in Anspruch nehmen könnten – und wohl auch würden, sobald die Kosten zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) getragen werden.

Eine medizinische Fusspflege reduziert bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen diabetischen Fuss das Risiko für Ulcera um rund 70%, für Amputationen um 30%. Die Mehrkosten einer medizinischen Fusspflege überwiegen die Kosten der möglichen Folgekomplikationen einer Nichtbehandlung nach zehn Jahren. Die Aufnahme von Podologinnen und Podologen in die OKP würde diese nach 10 Jahren netto aber um 25-65 Mio. Franken belasten und nicht entlasten.

Natürlich können dieser rein OKP-bezogenen Rechnung die weiteren volkswirtschaftlichen Effekte hinzugerechnet werden. Dann müsste aber spätestens dort auch miteinberechnet werden, wenn nicht mehr wie heute rund 500, sondern gegen 5’000 Menschen als Podologen tätig sind (und auf OKP abrechnen), und ob es wirklich in diesem Pflegebereich eine Ausbildungsoffensive benötigt.

Sind gegen eine Viertelmillion Diabetisbetroffene durch ihre Ärzte so schlecht über die gesundheitlichen Risiken aufgeklärt, dass sie leichtsinnig auf eine medizinische Fusspflege verzichten? Oder könnte es nicht vielmehr so sein, dass die grosse Masse der Patientinnen und Patienten dadurch, dass sie die Kosten selbst (oder über eine freiwillige Zusatzversicherung) tragen müssten und durch unser gut ausgebildetes Gesundheitspersonal bestens aufgeklärt sind, eigenverantwortlich eine verhältnismässige Risikoabwägung vornehmen?

Der Eindruck entsteht, dass einmal mehr leichtfertig die OKP stärker belastet wird, und über die absehbare Kostenexplosion Jahre später bei den Prämiensteigerungen lamentiert wird. Und dann werden dieselben Parteien, die damals im Parlament den Weg zu dieser Kostenexplosion geebnet haben, mit noch mehr Regulierungen reagieren, welche den Zugang zu wirklich notwendigen medizinischen Fusspflege wohl mehr erschweren bzw. verbürokratisieren, als es heute mit der eigenverantwortlichen Inanspruchnahme der Fall ist. Der vorgesehenen Maximalanzahl jährlicher Therapien stimmt die SVP zu, damit der Mengenausweitung zumindest ansatzweise entgegengewirkt wird. Eine konkrete Anzahl und die Begründung ihrer Festsetzung hätte eigentlich schon in dieser Vernehmlassung aufgeführt werden müssen.

Bevor einmal mehr Fehlanreize gesetzt werden, Gesundheitsleistungen auch ohne medizinische Notwendigkeit zu konsumieren und so die Prämienlast weiter zu erhöhen, wäre es angebracht, zuerst die Qualitätsstandards anzuheben. Die SVP verlangt, dass zuerst die in Kapitel 2.1 des erläuternden Berichts vorgesehenen Massnahmen im Bereich Qualitätssteigerung umgesetzt werden, bevor eine weitere Leistungserbringergruppe auf ärztliche Anordnung zulasten der OKP tätig wird. Denn gerade angesichts einer explodierenden Nachfrage dürfte die Angebotsdeckung im Zweifelsfall auf Kosten der Qualität erfolgen.

Artikel teilen
Themen
mehr zum Thema
Referat
Artikel teilen
15.10.2021, von Martina Bircher
Nun ist eingetroffen, wovor die SVP immer gewarnt hat: Das Corona-Zertifikat bestimmt unseren Alltag, die Teilhabe am... mehr lesen
Referat
Artikel teilen
15.10.2021, von Jean-Luc Addor
Die Schweiz ist das erste und bisher einzige Land, in dem die Bevölkerung über die von der... mehr lesen
Referat
Artikel teilen
15.10.2021, von Marco Chiesa
Die SVP ruft das Schweizer Volk dazu auf, am 28. November Nein zum extremen Covid-Gesetz zu stimmen.... mehr lesen
weiterlesen
Themen & Standpunkte
Freiheit und Sicherheit

Bedrohte Freiheit verteidigen.

Gesundheit

Qualität dank Wettbewerb.

Energie

Für eine Energieversorgung mit Zukunft.

Sozialwerke

Sozialwerke sichern – Missbräuche bekämpfen.

Sicherheit, Recht und Ordnung

Opferschutz statt Täterschutz.

Religion

Zu unseren Werten stehen.

Wir sind Heimat

Die Schweiz hat eine eigene Geschichte, sie ist geprägt von ihren Kulturen, von ihren Traditionen, ihren Werten und den Menschen, die hier im friedlichen Miteinander leben.

Aussenpolitik

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

Umwelt

Eine lebenswerte Umwelt für heute und morgen.

Social Media
Besuchen Sie uns bei:
Oder öffnen Sie unsere Social Pinwand. Alle Posts und Bilder auf einer Seite.
Newsletter
Wenn Sie regelmässig über die SVP und unsere Arbeit informiert werden wollen, abonnieren Sie hier unseren Newsletter.
Schweizerische Volkspartei SVP, Generalsekretariat, Postfach, 3001 Bern
Tel.031 300 58 58 – E-Mail:info@svp.ch – PC:30-8828-5

Diese Seite teilen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten und Zugriffe auf unsere Webseite analysieren zu können. Ausserdem geben wir Informationen zur Nutzung unserer Webseite an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen
Ich bin einverstanden