Mitmachen
Vernehmlassung

Schuldenprävention. Keine Werbung für Kleinkredite

Die SVP vertraut auf die Mündigkeit der Bürgerinnen und Bürger und beruft sich auf die individuelle Verantwortung, einen Konsumkreditvertrag abzuschliessen oder nicht. Ein Werbeverbot „aggressiver“…

Die SVP vertraut auf die Mündigkeit der Bürgerinnen und Bürger und beruft sich auf die individuelle Verantwortung, einen Konsumkreditvertrag abzuschliessen oder nicht. Ein Werbeverbot „aggressiver“ Werbung für Kleinkredite erachten wir als unnötigen staatlichen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit. Die SVP lehnt die Vorlage deshalb ab.

Richtigstellung zum Thema «Jugendverschuldung und Konsumkredit»

Ein Verbot „aggressiver“ Werbung für Kleinkredite wird in der Vorlage dadurch begründet, dass „der drohenden Überschuldung insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Einhalt geboten werden“ soll.

Der von der Subkommission ausgearbeitete Bericht (auf der Basis statistischer Daten des Bundesamts für Statistik) zeigt indessen auf, dass die Altersgruppe der jungen Erwachsenen zu den anderen Altersgruppen im Bereich der Konsumkredite gar keine besondere Verschuldungsanfälligkeit aufweist. Junge Erwachsene nehmen im Vergleich zu anderen Altersgruppen sogar deutlich weniger Konsumkredite auf. Nur rund 6.5 Prozent aller registrierten Konsumkreditverträge gehören zu den 18-24-jährigen; mit ständig abnehmender Tendenz. Dasselbe Bild zeigt auch die durch das Bundesamt für Justiz vom 18. Juni 2007 in Auftrag gegebene statistische Erhebung von Prof. Elisa Streuli (Fachhochschule Nordwestschweiz) zur Verschuldungssituation junger Erwachsener. Die Studie zeigt auf, dass diese nur äusserst selten (unter 4 Prozent) bei Kreditinstituten verschuldet sind. Soweit junge Erwachsene Schulden haben, dann meist gegenüber den Eltern und anderen Personen des nahen Umfelds und das in nur geringem Ausmass. Ein Werbeverbot besonders „aggressiver“ Werbung würde aber genau für diesen Bereich keine Verbesserung bringen. Die Mehrheit der jungen Erwachsenen, nämlich deren 62 Prozent, haben indessen überhaupt keine Schulden.

Hinzu kommt, dass das seit dem 1. Januar 2003 in Kraft stehende Konsumkre-ditgesetz (KKG) eines der striktesten Europas ist und eine rigide Kreditfähig-keitsprüfung aller potentiellen Gläubiger vorschreibt. Nach Art. 28 ff erhalten nur diejenigen Personen einen Konsumkredit, die sich einen solchen auch leisten können. Dabei wird von einer Amortisierung sämtlicher offener Konsumkreditschulden in einem Zeitraum von bloss 36 Monaten ausgegangen. Die SVP ist der Auffassung, dass das geltende KKG allein bereits genügend Handhabung bietet, um die Jugendlichen vor einer Verschuldung schützen zu können.

Die SVP streitet die grundsätzliche Problematik der Verschuldung, ins-besondere von jungen Erwachsenen, nicht ab, sieht aber keinen Hand-lungsbedarf, der ein Verbot besonders „aggressiver“ Werbung hinrei-chend rechtfertigen würde. Die SVP würdigt zwar den Ansatz, dass die Kreditgeber mittels privatrechtlichen Konventionen selber festlegen sollen, welche Werbung „aggressiv“ sei. Ein Verbot stufen wir aber aus grundsätzlichen Überlegungen als einen unverhältnismässigen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit ein und lehnen die Vorlage deshalb ab. Es ist nicht möglich, die Eigenverantwortung durch immer neue Gesetze und Vorschriften zu ersetzen.

mehr zum Thema
Editorial
Artikel teilen
20.01.2020, von Alex Kuprecht
Ausgerechnet mit teuren Überbrückungsleistungen steigt der Bundesrat in den Kampf gegen die Begrenzungsinitiative. Der Plan ist für... mehr lesen
Medienmitteilung
Artikel teilen
16.01.2020
Die SVP lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagenen Überbrückungsleistungen (ÜL) ab. Allerdings scheiterte ihr Antrag in der Finanzkommission... mehr lesen
Editorial
Artikel teilen
16.01.2020, von Lars Guggisberg
Die SVP steht für einen starken aber schlanken Staat: So wenig Staat wie möglich und nur so... mehr lesen
weiterlesen
Themen & Standpunkte
Eigentum stärken - Freiheit stärken

Gegen Enteignung, für den Schutz der Privatsphäre.

Wir sind Heimat

Die Schweiz hat eine eigene Geschichte, sie ist geprägt von ihren Kulturen, von ihren Traditionen, ihren Werten und den Menschen, die hier im friedlichen Miteinander leben.

Armee

Sicherheit für unsere Bevölkerung.

Medien

Mehr Vielfalt, weniger Staat.

Energie

Für eine Energieversorgung mit Zukunft.

Religion

Zu unseren Werten stehen.

Sozialwerke

Sozialwerke sichern – Missbräuche bekämpfen.

Bildung

Abgehobene Reformen stoppen, zurück zur praxisorientierten Bildung.

Internet und Digitalisierung
Für ein freies Internet.
Social Media
Besuchen Sie uns bei:
Oder öffnen Sie unsere Social Pinwand. Alle Posts und Bilder auf einer Seite.
Newsletter
Wenn Sie regelmässig über die SVP und unsere Arbeit informiert werden wollen, abonnieren Sie hier unseren Newsletter.
Schweizerische Volkspartei SVP, Generalsekretariat, Postfach, 3001 Bern
Tel. 031 300 58 58 – Fax 031 300 58 59 – E-Mail: info@svp.ch – PC: 30-8828-5

Diese Seite teilen

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten und Zugriffe auf unsere Webseite analysieren zu können. Ausserdem geben wir Informationen zur Nutzung unserer Webseite an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen
Ich bin einverstanden