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Landwirtschaft zu Unrecht am Pranger

Landwirtschaft zu Unrecht am Pranger

Noch nie lebten so viele Menschen in der Schweiz wie heute. Ebenfalls hatten wir noch nie – seit es Messungen gibt – so saubere Luft, so saubere Böden und so saubere Flüsse und Seen wie heute. Die Landwirtschaft ist zu einer Projektions­fläche für viele Wünsche und Sehnsüchte geworden, insbesondere auch in Bezug auf Umwelt­anliegen.

Verschiedene Volksinitiativen treffen emotionale Themen wie den Schutz des Trinkwassers. Sie sind extrem und tragen den Leistungen der Landwirtschaft sowie den bisher erbrachten Leistungen beim Schutz der Umwelt keine Rechnung.

Einige Fakten:

  • Die Trinkwasserqualität in der Schweiz ist hervorragend. Es besteht keine Gesundheitsgefährdung beim Konsum von Leitungswasser. Bei 98 Prozent der Grundwassermessstellen ist der Anforderungswert von weniger als 0,0000001 Gramm pro Liter (!) Mi­kroverunreinigungen pro Spurenstoff eingehalten. Für weitere Verbesserungen laufen bereits griffige Aktionspläne wie derjenige für den Pflanzenschutz, der 51 Massnahmen vorsieht.
  • Die heimische Landwirtschaft
    produziert gesunde Lebensmittel. Jährlich werden bei amtlichen Kontrollen zu Pflanzen­schutz­mittel­rückständen lediglich ein bis zwei Prozent der Proben aus Schweizer Herkunft beanstandet. Zu beachten ist, dass die Kontrollen risikobasiert erfolgen. Das heisst, es werden gezielt dort Kontrollen gemacht, wo ein Verdacht vorliegt. Bei zufallsbasierten Kontrollen wäre die Beanstandungsquote noch viel tie­fer. Bei den importierten Lebensmitteln hingegen liegt die Beanstandungsquote bei hohen acht bis zehn Prozent. Bei Lebensmitteln aus Asien liegt die Beanstandungsquote sogar bei 30 Prozent. Dies zeigt: Die Schweiz steht im internationalen Vergleich sehr gut da.
  • Der Verkauf von Pflanzenschutzmitteln, namentlich von Glyphosat, ist in der Schweiz stark rückläufig.

Die wirtschaftliche Bedeutung der eigenen Land- und Ernährungswirtschaft wird in der Schweiz immer wieder geringgeschätzt. Aus der Optik der grossen Wirtschaftszentren wird stets der geringe Anteil der Landwirtschaft am Bruttosozialprodukt angeführt. Dies ist eine einseitige Betrachtung. Für die ländlichen Kantone und Gebiete hat die Landwirtschaft eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung. Dazu einige Fakten:

Die Landwirtschaft

  • schafft Arbeitsplätze. 150’000 direkt in der Landwirtschaft und nochmals 150’000 in den ihr vor- und nachgelagerten Bereichen). Würde man noch die indirekt mit der Land­wirtschaft zusammenhängenden Arbeitsplätze, etwa im Baugewerbe, oder im Detail­handel einbeziehen, kämen Zehntausende weitere dazu;
  • schafft Wertschöpfung im ländlichen Raum;
  • sichert durch die Pflege der Landschaft die Erfolgsgrundlagen für den Tourismus;
  • leistet einen Beitrag zur dezentralen Besiedelung des Landes und sorgt für belebte Land- und Bergregionen.

Die Landwirtschaft braucht keine welt- und praxisfremden Utopien. Vielmehr ist es angezeigt, dass die Konsumenten einheimische Produkte bevorzugen und dafür einen fairen Preis bezahlen. Das bringt ökologisch mehr, als die Produktion in der Schweiz durch übertriebene For­derungen praktisch zu verunmöglichen und Nahrungsmittel zu importieren, die unter fragwürdigen Bedingungen produziert und über Hunderte oder gar Tausende von Kilometern in die Schweiz transportiert werden müssen.

Links-grünen Kreisen und Umweltorganisationen oder Gegnern der Viehwirtschaft liegen die eigene Profilierung und ihre Spendeneinnahmen näher als das Wohl der einheimischen Bauernfamilien und der Schweiz. Solches Verhalten ist nicht ökologisch, es ist verantwortungslos!

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SVP Nationalrat (BE)
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