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Dem Schweizer Werkplatz eine Chance geben

Dem Schweizer Werkplatz eine Chance geben

Portait über Hansruedi Wandfluh, Unternehmer und Nationalrat, Frutigen (BE)

Der Unternehmer Hansruedi Wandfluh setzt auf typisch schweizerische Tugenden wie Qualität und Flexibilität. Auch in der Politik engagiert sich der Berner Nationalrat, während zweier Jahre unter anderem als Präsident der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, für den Werkplatz Schweiz.

Der diplomierte Maschineningenieur ETH ist in einem unternehme­rischen Umfeld aufgewachsen. Bevor er 1983 die Verantwortung für den ­aufstrebenden Familienbetrieb übernahm, sammelte er im Ausland als Assistent am betriebswissenschaftlichen Institut der ETH und als Direktionsassistent im eigenen Unternehmen Erfahrungen.

Heute ist der 60-Jährige CEO und Delegierter des Verwaltungsrates der international tätigen Firmengruppe, die hochwertige hydraulische Ventile und die dazugehörige Elektronik entwickelt, baut und vertreibt. Die Ventiltechnik aus dem Berner Oberland kommt überall dort zum Einsatz, wo es Kraft braucht, zum Beispiel für die Verstellung von Rotorblättern von Windkraftturbinen, in Unterwasser-Robotern oder in Werkzeugmaschinen.

Der Qualität verpflichtet
Wandfluh kümmerte sich in den vergangenen 30 Jahren um den Aufbau internationaler Tochtergesellschaften. Das habe sich bewährt, so Wandfluh, und die Zahl der Beschäftigten hat sich seither auf rund 400 verdreifacht. Jüngster geplanter Meilenstein ist ein Neubau für die Niederlassung in China. Dort wird die Firma Wandfluh Produkte für die lokalen Märkte produ­zieren und montieren. Die un­terschiedliche Entwicklung der Ab­­satzmärkte verlange allerdings viel Durchhaltewillen und beständige Innovation in den Produkten wie in den Abläufen, betont Hansruedi Wandfluh. «Wir sind vor allem der Qualität verpflichtet», erklärt der Unternehmer. «Die typischen schweizerischen Tugenden versuchen wir so gut wie möglich zu leben. Flexibilität und das Eingehen auf die Kundenwünsche geben uns unsere Daseinsberechtigung.» – «Wir tun das, was die anderen nicht tun», weiss der CEO aus eigener Markterfahrung.

Fertigung automatisieren
Auch auf der Produktionsseite seien Schweizer Industriebetriebe herausgefordert. Es gelte, mit guten Maschinen Produkte weitgehend automatisiert zu fertigen, betont Hansruedi Wandfluh. «Da, wo die Personalkosten der grosse Faktor sind, können wir nicht mehr konkurrenzfähig sein.» Die Schweiz habe aber eine Chance, wenn sie auf Spezialitäten oder auf die hochwertige, automatisierte Massenfertigung setze. Das hätten etwa die Uhrenindustrie und andere Branchen bewiesen.

Genauso wie in seiner unternehmerischen Aufgabe setzt sich Hansruedi Wandfluh auf politischer Ebene für gute Rahmenbedingungen ein. 1999 in den Nationalrat gewählt, erhielt er bald die Gelegenheit, in der bedeutenden Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) mitzuarbeiten und dabei die Stimme des Werkplatzes Schweiz zu vertreten. Von 2009 bis 2011 präsidierte er diese Kommission.

Für flexiblen Arbeitsmarkt
Die Politik habe die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, heute insbesondere für den Werkplatz, zu verbessern, zum Beispiel durch Freihandelsabkommen für Industriegüter, so Wandfluh. «Vor allem aber muss die Politik den Erhalt eines flexiblen Arbeitsmarktes sicherstellen». Die Kosten dürften nicht weiter steigen, die Regulierung nicht zunehmen. Hier müsse man als Politiker immer wachsam sein, so der langjährige Nationalrat.

Der damalige Entscheid, sich für ein parlamentarisches Amt zu engagieren, ist ihm nicht schwergefallen. «Ich habe mich schon immer für Politik interessiert und mir war klar, dass auch ein Unternehmen von den Rahmenbedingungen, von Auflagen und Vorschriften abhängig ist.» Er sei sich auch ­bewusst gewesen, dass es mehr Unter­nehmer im Parlament brauche.

Nicht auf Kosten der Jungen
Als politische Erfolge sieht Hans­ruedi Wandfluh vor allem jene Vorlagen, die die Rahmenbedingungen für ­Unternehmen verbessern, etwa die Unternehmenssteuerreform II oder die Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes. Misserfolge gebe es immer wieder. Besonders bedauert der Unternehmer aber jene Abstimmungen, die zuungunsten der Sicherung der Sozialwerke ausgefallen sind, so zum Beispiel die Ablehnung der 11. AHV-Revision.

«Es ist mir ein spezielles Anliegen, dass wir es nicht verpassen, die Sozialversicherungswerke auf eine gesunde Basis zu stellen. Wir dürfen nicht auf Kosten der Jungen leben», betont der Nationalrat. Auch in seiner Firma steht er vor einer besonderen Herausforderung. Die eigene Nachfolgeregelung gehöre zu einer der wichtigsten Aufgaben eines Unternehmers, weiss Hansruedi Wandfluh.

Von der mechanischen ­Werkstätte zum mittelständischen Konzern
Die Ursprünge der Wandfluh AG reichen zurück ins Jahr 1946, als Ruedi Wandfluh in Frutigen im Berner Oberland eine kleine mechanische Werkstätte gründet. Mit zwei Angestellten erledigt er allgemeine mechanische Reparaturarbeiten. Als der Firmengründer 1954 stirbt, beschliesst dessen Witwe Gertrud Wandfluh, das Unternehmen weiterzuführen. 1960 entscheidet sie, die Firma auf die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von Hydraulikventilen auszurichten. Dieser Entscheid ist für die Zukunft bestimmend.

1967 wird die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und ab 1971 wird Ernst Plüss als Geschäftsführer eingesetzt. 1983 übernimmt der Sohn des Firmengründers, Hansruedi Wandfluh, die Geschäftsleitung. Der Mitarbeiterbestand liegt bei 127 Personen. 1985 wird eine Holding als Dach für die fortschreitende Internationalisierung geschaffen. Nach Standorten in den USA und in Deutschland folgt die Gründung einer Tochterfirma in Grossbritannien, später auch in Frankreich.

2005 macht die Wandfluh-Gruppe den Schritt nach China. Der mittelständische Familienkonzern beschäftigt heute rund 400 Mitarbeitende. Das Unternehmen entwickelt und produziert hochwertige hydraulische Steuer- und Regelgeräte sowie digitale Verstärker- und Regelelektroniken für den Einsatz auf der ganzen Welt. Das Spektrum reicht dabei von Industrieanwendungen über den Fahrzeugbau und die Energiebranche bis zur Marine.

Portrait über Unternehmer und Nationalrat Hansruedi Wandfluh

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