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Parteizeitung SVP-Klartext Mai 2014

Blicke in die Zukunft

Wo der Wunsch zum Vater des Gedankens wird, zieht Gefahr auf.  Das goldene Zeitalter – eine Sehnsucht des Römers Vergil, das Wolkenkuckucksheim – eine Ausgeburt des Griechenkopfes Aristophanes, das Schlaraffenland – ein Märchenmotiv.

von Jürg Stüssi-Lauterburg, Historiker, Windisch (AG)

Wo der Wunsch zum Vater des Gedankens wird, zieht Gefahr auf.  Das goldene Zeitalter – eine Sehnsucht des Römers Vergil, das Wolkenkuckucksheim – eine Ausgeburt des Griechenkopfes Aristophanes, das Schlaraffenland – ein Märchenmotiv. Obwohl wir um unsere Neigung zur Flucht ins Irreale wissen, erliegen wir stets von neuem der Versuchung. Das ist nicht ehrenrührig. Wer, wie Henry Dunant, von einer besseren Welt träumt, bringt manchmal die Menschheit tatsächlich voran. Allein, wer nicht glaubt, dass das Böse real existiert, dürfte schon lange keine Zeitung mehr gelesen haben. Wir alle aber tragen heute Verantwortung für die Freiheit der nächsten Generation.

Thomas Jefferson hatte die amerikanische Unabhängigkeitserklärung redigiert. Jefferson war Chef der US-Diplomatie in Frankreich. Dieser doppelte Kenner von Revolution und Frankreich beschrieb am 13. August 1786 für George White in Amerika die Länder Europas “in denen Unwissenheit, Aberglauben, Armut und Unterdrückung von Leib und Seele so stark auf der Masse des Volkes lasten, dass dessen Erlösung davon niemals erhofft werden kann. Hätte der Allmächtige tausend Söhne und nicht nur einen gezeugt, so hätte das für diese Aufgabe nicht ausgereicht.“ Man werde die Europäer auch in 1000 Jahren nicht auf die Stufe der – revolutionären –  Amerikaner heben können.   Drei Jahre später war die Bastille gestürmt, sechs Jahre später die Tuilerien und sieben Jahre später war König Ludwig XVI guillotiniert.

Jefferson war ein kluger Kopf. Die Zukunft konnte auch er nicht vorhersehen, nicht auf drei Jahre, schon gar nicht auf sieben. Wir wissen es ja: Wer 9/10 erlebt hat, den 10. September 2001, weiss genau, dass er damals nicht an die sicherheitspolitische Lage gedacht hat, welche einen Tag später, nach den Terrorangriffen der Leute Osama Bin Ladens auf World Trade Center und Pentagon herrschte. Sind wir denn dumm? Nein, aber es sind zu viele Faktoren mit laufend sich änderndem Gewicht am Werk, um Terroranschläge, um Kriege, wie in Georgien 2008, oder Revolutionen, wie in Ägypten 2011 oder in der Ukraine 2014, und die Folgen exakt zu prognostizieren. Eine vernünftige Vorsicht ist deshalb angezeigt, wo man Versäumtes nicht nachholen kann, sei es beim zweckmässigen Haushaltvorrat, sei es bei einer minimalen Bereitschaft unserer Schweiz in der Luft.

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