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Parteizeitung SVP-Klartext Januar 2022

Die Tier- und Menschenversuchsverbotsinitiative gefährdet unsere Gesundheit

Die Volksinitiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» fordert ein vollumfängliches Verbot von Tierversuchen und von Forschung am Menschen. Auch Einfuhr und Handel sämtlicher Produkte, die unter Anwendung von Tier- oder Menschenversuchen entwickelt wurden, sollen verboten werden – mit fatalen Folgen für unsere Gesundheitsversorgung.

Wird diese extreme Initiative am 13. Februar angenommen, dann ist mit weitreichenden negativen Auswirkungen auf die medizinische Versorgung der Schweiz, ihre Forschung und ihre Hochschulen zu rechnen. Die Initiative setzt die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung in verantwortungsloser Weise aufs Spiel. Sie gefährdet die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten und schliesst Patientinnen und Patienten vom medizinischen Fortschritt aus. Die Folge wäre eine Zweiklassenmedizin. Die Initiative wäre zudem mit verschiedenen internationalen Verpflichtungen nicht vereinbar und würde zu einem massiven Kontrollapparat führen. 

In den letzten 40 Jahren wurden die Anzahl Tierversuche um 70% gesenkt. Schon heute sind Forschung und Wissenschaft verpflichtet, möglichst auf den Tierversuch (in vivo) zu verzichten. Dabei wird auf Alternativen mittels Zellkulturen (in vitro) oder sogar auf simulationsbasierte Untersuchungen (in silico) ausgewichen. Und: Im Zentrum stehen hierbei Prinzipien zur kontinuierlichen Minimierung der Tierversuche am lebenden Tier.

Initiative schadet der Landwirtschaft
Tierversuche werden in Schweregrade (SG) kategorisiert, nur gerade 3% aller Versuche sind mit schweren Belastungen für das Tier verbunden. Die Schweiz verfügt über das strikteste Tierschutzgesetz der Welt, das auch für die Haltung von Versuchstieren gilt. Tierversuche müssen von einer Tierversuchskommission bewilligt werden, der auch Vertreter der Tierschutzorganisationen angehören.  Auch der Landwirtschaft und der Tiermedizin schadet die extreme Initiative. Denn gewisse Ausbildungsschritte, etwa die Klauenpflege will die Initiative ebenfalls verbieten.

Was unter Menschenversuchen zu verstehen ist, lässt die Initiative offen. Je nach Auslegung wäre jegliche Forschung am Menschen verboten – dies nicht nur in der Medizin, sondern beispielsweise auch in der Psychologie, Soziologie und Sportwissenschaft. Es wäre nicht länger zulässig, ein Forschungsvorhaben mit erwachsenen, urteilsfähigen Personen durchzuführen, die sich aus wissenschaftlichem Interesse oder aus solidarischen Überlegungen daran beteiligen wollen.

Aus all diesen Gründen empfehlen der Bundesrat, das Parlament und mit ihnen die SVP am 13. Februar ein wuchtiges Nein.

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Martin Haab
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