Am 27. September geht es um eine Grundsatzfrage: Bleibt die Schweiz neutral – oder wollen wir als Kriegspartei enden?

Walter Wobmann
Walter Wobmann
Gretzenbach (SO)

Geschätzter Herr Präsident,
geschätzte Delegierte,
liebe Freunde der Schweizer Neutralität

  1. Was will die Neutralitäts‑Initiative?

Die Initiative setzt vier klare Regeln:

  1. Immerwährende und bewaffnete Neutralität.
  2. Kein Beitritt zu Militär‑ oder Verteidigungsbündnissen und keine militärische
    Zusammenarbeit mit solchen Bündnissen – ausser wenn die Schweiz
    angegriffen wird.
  3. Keine Beteiligung an fremden Kriegen und keine Zwangssanktionen gegen
    kriegführende Staaten, ausser UNO‑Sanktionen.
  4. Aktive Neutralität: Vermittlung, Konfliktlösung, Gute Dienste.

Vier Punkte. Klare Grenzen. Klare Leitplanken. Klare Schweizer Neutralität.

Es ist keine neue Neutralität, wie es Bundesrat Cassis versucht trickreich darzustellen. Sie ist nur für diejenigen neu, die unsere bewährte Neutralität fortlaufend aushöhlen und schliesslich weghaben wollen.

  1. Warum braucht es diese Initiative?

Weil unsere Neutralität heute je nach politischer Lage neu interpretiert wird: Heute so. Morgen anders. Je nach Bundesrat. Je nach internationalem Druck.

Das führt dazu, dass die Neutralität an Glaubwürdigkeit verliert – und dass die Schweiz bereits heute in Teilen der Welt als feindselige Kriegspartei wahrgenommen wird.

Nach dem Angriff auf die Ukraine hat der Bundesrat die EU‑Sanktionen Hals über Kopf übernommen und erklärt, das sei neutralitätskonform. Nein. Sie haben uns  zur Kriegspartei gegenüber Russland gemacht. Wie wollen wir da als glaubwürdiger Vermittler auftreten? Es ist offenbar auch neutralitätskonform, wenn unter anderem französische Kampfpanzer durch die Schweiz fahren, Kampfflugzeuge der US-Luftwaffe am Schweizer Himmel trainieren.

Genau hier liegt das Problem: Wenn Neutralität beliebig ausgelegt werden kann, bleibt am Schluss nur der Name übrig. Das Ei ist ausgehöhlt, nur die Schale bleibt.

Neutralität darf kein Gummiparagraph sein. Sie muss gerade dann gelten, wenn der Wind von aussen stark bläst. Darum muss sie immerwährend sein.

  1. Zu den Sanktionen

Nichtmilitärische Zwangsmassnahmen – Sanktionen – sind heute das zentrale Einfallstor für eine schleichende Abkehr von der Schweizer Neutralität.

Denn Sanktionen sind Gewaltmittel eines Konflikts. Sie sind Druckmittel einer Kriegspartei. Wer Sanktionen übernimmt, übernimmt auch deren politische Position. Man kann nicht glaubwürdig neutral sein, wenn man zum vornherein den Täter und das Opfer bestimmt.

Und genau das ist passiert: Mit der Übernahme der EU‑Sanktionen hat die Schweiz faktisch eine Seite gewählt – und damit ihre Rolle als Vermittlerin geschwächt, wenn nicht verloren.

Die Initiative sagt deshalb klar:

  • Keine nichtmilitärischen Zwangsmassnahmen gegen kriegführende Staaten.
  • Ausnahme: UNO‑Sanktionen, weil sie völkerrechtlich legitimiert und global
    abgestützt sind.

Das ist keine Schwächung der Schweiz. Das ist die Rückkehr zur echten Neutralität, die uns stark gemacht hat.

  1. Wer entscheidet über Krieg oder Frieden?

Der Souverän ist das Volk. Das Volk ist der Chef. Nicht der Bundesrat. Nicht Brüssel. Nicht Washington. Nicht Moskau.

Wir wollen nicht, dass der Bundesrat und die Classe politique die Schweizer Neutralität nach Belieben und nicht zuletzt auf Druck von aussen definiert. Unsere Gründungsväter des modernen Bundesstaates haben bewusst die Macht der Regierung beschränkt. Das Schweizer Volk ist der Souverän.

  1. Was ist jetzt zu tun? – Der Auftrag

Am 27. September können wir Ja sagen. Aber ein Ja kommt nicht von selbst.

Wir müssen jetzt beginnen:

  • Reden.
  • Überzeugen.
  • Mobilisieren.
  • Aktiv werden: Leserbriefe schreiben, Plakate aufhängen, Flyer verteilen.

In den Gemeinden. An den Stammtischen. Bei Freunden, Familien, Arbeitskollegen.

Und wir müssen eine einfache Botschaft vermitteln:

Wir wollen keinen Krieg. Deshalb sagen wir JA zur Schweizer Neutralität.

Nicht warten. Nicht zuschauen. Jetzt handeln.
Kämpfen wir gemeinsam für die Schweizer Neutralität.

Walter Wobmann
Walter Wobmann
Gretzenbach (SO)
 
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