Editorial

Vegan-Initiative: Angriff auf unsere Landwirtschaft und unsere Freiheit

Die sogenannte «Ernährungsinitiative» verkauft sich als Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit. Tatsächlich ist sie nichts anderes als eine Vegan-Initiative, die den Menschen vorschreiben will, was künftig produziert und indirekt auch konsumiert werden soll. Hinter wohlklingenden Schlagworten steckt ein ideologischer Angriff auf unsere Landwirtschaft, unsere Ernährung und unsere Freiheit.

Thomas Knutti
Thomas Knutti
Nationalrat Weissenburg (BE)

Die Initianten verlangen, den Netto-Selbstversorgungsgrad der Schweiz von heute rund 46 auf mindestens 70 Prozent zu erhöhen, aber mit der Ausrichtung auf pflanzliche Lebensmittel. Gleichzeitig sollen die Umweltauflagen weiter verschärft werden. Der Bundesrat hält klar fest: Dieses Ziel ist unter den geforderten Bedingungen nicht erreichbar. Es wäre nur mit massiven staatlichen Eingriffen in Produktion und Konsum möglich. Mit anderen Worten: Der Staat entscheidet, was auf unseren Feldern wächst und was auf unseren Tellern landet.

Leidtragende wären unsere Bauernfamilien. Sie müssten ihre Betriebe innert kürzester Zeit komplett umbauen. Jahrzehntelange Investitionen würden entwertet, Existenzen gefährdet und ganze Wertschöpfungsketten von der Landwirtschaft über die Lebensmittelverarbeitung bis zum Detailhandel geschwächt. Das ist weder nachhaltig noch verantwortungsvoll.

Unsere Landwirtschaft gehört bereits heute zu den nachhaltigsten der Welt. Sie produziert hochwertige Lebensmittel unter strengen Tierwohl-, Umwelt- und Qualitätsstandards. Statt unsere Bauern mit immer neuen Vorschriften zu bestrafen, müssen wir ihre Arbeit anerkennen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Ja, wir brauchen Ernährungssicherheit. Die Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig eine starke inländische Lebensmittelproduktion ist. Versorgungssicherheit erreicht man jedoch nicht mit ideologischen Experimenten, Verboten und staatlicher Bevormundung, sondern mit vernünftigen Rahmenbedingungen, unternehmerischer Freiheit und einer Landwirtschaft, die produzieren darf.

Die SVP sagt deshalb am 27. September klar Nein zu dieser Vegan-Initiative. Wir stehen für Wahlfreiheit statt Ernährungsdiktat, für Eigenverantwortung statt Staatsdirigismus und für eine starke Schweizer Landwirtschaft, die auch kommenden Generationen eine sichere Versorgung mit einheimischen Lebensmitteln garantiert.

Thomas Knutti
Thomas Knutti
Nationalrat Weissenburg (BE)
 
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