Die SVP lehnt das Revisionspaket ab. Sie begrüsst zwar das strategische Kernziel, die Grundversorgung der Post weiterhin eigenwirtschaftlich zu finanzieren und auf neue Subventionen durch Steuergelder konsequent zu verzichten. Das vorliegende Paket ist jedoch ein Frontalangriff auf die private Wirtschaft und eine Entmachtung des Parlaments. Während im PG ein massiver Abbau der Grundversorgung im ländlichen Raum per Verordnung legitimiert werden soll, öffnet die POG-Revision staatlichen Aktivitäten in privaten Digitalmärkten Tür und Tor. Die SVP fordert griffige Schranken für Staatsbetriebe statt einer Schwächung des privaten Wettbewerbs.

Die fortschreitende Digitalisierung führt zu einem Nachfragerückgang bei Briefen, Zeitungszustellungen und Bareinzahlungen am Postschalter. Dadurch steigen die Stückkosten für das Kerngeschäft der Post. Um die Eigenwirtschaftlichkeit ohne Bundesabgeltungen zu sichern, schlägt der Bundesrat eine Doppelrevision vor. Die Teilrevision des Postgesetzes (PG) verankert Schwellenwerte für das Sendungsvolumen. Werden diese unterschritten, erhält der Bundesrat die Kompetenz, den Leistungsumfang der Post- und Zahlungsdienste flexibel per Verordnung bis zu einem reduzierten «Mindestumfang» abzubauen. Die Teilrevision des Postorganisationsgesetzes (POG) präzisiert den Unternehmenszweck. Neu wird der Post der Betrieb von digitalen Plattformen und Kommunikationsdiensten erlaubt. Zudem wird ein Vorprüfverfahren für Beteiligungserwerbe durch die PostCom eingeführt, sofern das Zielunternehmen mehr als 50 Millionen Franken Umsatz erzielt und die Post eine Mehrheit erwirbt. Die SVP nimmt zum vorliegenden Revisionspaket wie folgt Stellung:
Positionen zur Teilrevision des Postgesetzes (PG)
Positionen zur Teilrevision des Postorganisationsgesetzes (POG)
Die SVP lehnt beide Vernehmlassungsvorlagen in der vorliegenden Form dezidiert ab und fordert eine grundlegende Überarbeitung im Sinne des Schutzes der privaten Wirtschaft und der Randregionen. Die Stärke der Schweizer Wirtschaft basiert auf einer klaren Trennung zwischen staatlicher Infrastruktur und privatem Markt sowie auf einem verlässlichen Service public in allen Landesgelegenheiten. Dieses Doppelpaket zerstört dieses Gleichgewicht an beiden Fronten.