Das private TeleTicino macht mit 5 Millionen Franken Gebührengelder sehr guten Regionaljournalismus. Die RSI – die italienischsprachige SRG – verschlingt 280 Millionen Gebührengelder. Das muss korrigiert werden.

In der Debatte über die 200-Franken-Initiative wird viel über Kürzungen und wenig über Prioritäten gesprochen. Dabei ist der Initiativtext völlig klar: Der sogenannte «Service public» umfasst Information, Kultur, nationalen Zusammenhalt und sprachliche Minderheiten. Darauf muss sich die SRG konzentrieren.
Um diese Aufgabe zu erfüllen, stünden der SRG mit der neuen Gebühr immer noch über 850 Millionen Franken pro Jahr zur Verfügung. Das ist nach wie vor ziemlich viel Geld. Der eigentliche Knackpunkt ist nicht der Mangel an Ressourcen, sondern wie diese eingesetzt werden.
Träge und teure Strukturen
Eine Zahl ist besonders aufschlussreich: Bei der RSI, die mit zwei Fernseh-Kanälen einen Zuschaueranteil von etwas mehr als 25 Prozent erreicht, ist nur ein Drittel des Programms der Aktualität und Information gewidmet. Der Rest ist Unterhaltung im weitesten Sinne. Das ist legitim, aber warum muss dies zwingend auch von jenen finanziert werden, die dieses Angebot gar nicht konsumieren?
Hier sorgt die Initiative für einen heilsamen Impuls und zwingt dazu, das «Fett» abzubauen, das sich über die Jahre in trägen und teuren Strukturen angesammelt hat.
Der Vergleich mit der Gruppe TeleTicino ist aufschlussreich: Gut 5 Millionen Franken an Gebührengeldern stehen 280 Millionen der RSI gegenüber. Mit viel geringeren Mitteln gelingt es TeleTicino dennoch, Information, Präsenz vor Ort und politische Debatten zu garantieren. Mit schlankeren Modellen, aber ohne Verzicht auf Qualität.
200 Franken reichen darum aus, wenn man den Mut hat, Ordnung zu schaffen. Darum Ja zur SRG-Initiative «200 Franken sind genug!».