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Editorial

Weniger schlecht ist noch lange nicht gut

Erneut weniger polizeilich registrierte Straftaten im Jahre 2017 meldet das Bundesamt für Statistik voller Stolz. Ganz allgemein nehmen die registrierten Straftaten in den meisten Bereichen ab. Man merke sich das Wort „registrierte“.

Wer nicht nur den Titel der staatlichen «Erfolgsmeldung» liest, stellt ernüchtert fest, dass bei den schlimmen Gewaltverbrechen wie Tötungsdelikten keine Abnahme und bei den schweren Körperverletzungen sowie bei den Vergewaltigungen gar eine Zunahme zu verzeichnen ist. Fast jede Woche ein Mord sowie vier versuchte Morde. Jeden Tag mehr als eine Vergewaltigung. Dazu kommt, dass Drohungen und Gewaltangriffe gegen Beamte und Polizisten erneut zugenommen haben. Sage und schreibe über 3000 Straftaten von Gewalt und Drohungen sind registriert. Das sind mehr als 8 Straftaten pro Tag jahraus und jahrein. Dabei ist die hohe Dunkelziffer noch nicht berücksichtigt.

Und was fügt das Bundesamt für Statistik als Begründung für die erschreckende Tatsache an: „Bei der Zunahme von Drohungen und Gewalt gegen Beamte und Polizisten müsse die Tatsache berücksichtigt werden, dass dies mit einer restriktiveren kantonalen Politik zusammenhängen könne“. Mit anderen Worten, würden Polizisten bei Straftaten weniger einschreiten und mehr wegschauen, würden Drohungen und Gewalt gegen sie abnehmen. Würden wir also in der Schweiz unsere Polizisten künftig bei Krawallen in den Kasernen behalten und die linksextremen Reithallenchaoten und die Fussballhooligans wüten lassen, dann gäbe es keine Drohungen und keine Gewalt mehr gegen Polizisten.

So ein gefährlicher Blödsinn kann nur einem Bundesstatistiker in seinem geschützten, wohlig warmen Büro in den Sinn kommen.

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