Editorial

Heuchlerische Scheinsolidarität

Die Linke fordert lautstark Solidarität mit den brutal unterdrückten iranischen Frauen. In der Schweiz macht sie allerdings das Gegenteil: Das Tragen der Burka wird vehement verteidigt – die damalige Initiative zum Verhüllungsverbot wurde gerade von linken Frauen massivst bekämpft, das Kopftuch befürwortet. Das ist an Heuchelei und Doppelmoral kaum zu überbieten.

Monika Rüegger
Monika Rüegger
Nationalrätin Engelberg

Am letzten Samstag fand vor dem Bundeshaus in Bern eine sogenannte Solidaritätsdemonstration für die Frauen im Iran statt. Besonders in Szene setzte sich SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen. Sie schnitt sich vor laufenden Kameras ein Haarbüschel ab. Die Solidarität mit den Frauen im Iran sei eine Selbstverständlichkeit, so Wasserfallen. Auch die Schweiz müsse mehr tun und die EU-Sanktionen gegen den Iran übernehmen. Der Kampf der iranischen Frauen für «Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung» müsse unterstützt werden.

Zur Erinnerung: Die Proteste im Iran brachen aus, nachdem eine junge Frau in Polizeigewahrsam gestorben war. Sie war verhaftet worden, weil eine Haarsträhne unter ihrem Kopftuch hervorschaute. Eine Burka und ein Kopftuch sind ein Symbol für die Unterdrückung und gegen die Gleichstellung der Frau. Die Gewalt und Erniedrigungen gegenüber den Frauen im Iran sind ein Skandal – aber ein Skandal ist auch die heuchlerische Scheinsolidarität unserer Linken. Denn was sie weit weg im Iran anprangern, das unterstützen sie hierzulande. Flavia Wasserfallen und ihre linken Genossen wehrten sich vehement gegen die Verhüllungsverbots-Initiative, die genau jenen Werten dient, die Wasserfallen für den Iran propagiert: Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung für alle.

Zuwanderung: Linke schaden Schweiz
Diese heuchlerische Politik der Linken zeigt sich auch bei der Zuwanderung. Sie lassen alle ungefiltert ins Land – und wer einmal hier ist, darf bleiben, egal, ob er ein echter Flüchtling ist oder nicht. Damit schaffen wir radikale Nester und fördern die Unterdrückung der Frauen. Verprügelt ein Einwanderer aus anderen Kulturen in der Schweiz seine Frau, bleiben die Proteste der Linken aus. Vielmehr säuseln sie verständnisvoll von «kulturellen Unterschieden». Andere Länder, andere (Un-)Sitten.

Und wie war das nochmal bei der Masseneinwanderungsinitiative, die vom Volk angenommen, aber von der Mitte-Links-Mehrheit im Parlament nicht umgesetzt worden ist? Ging es da nicht auch um Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung?

Fazit: Wenn es um die Politik in der Schweiz geht – also dort, wo wir konkret etwas gegen die Unterdrückung der Frauen tun können –, verraten die Linken die Werte, die sie angeblich so hochhalten. Diese Verlogenheit ist haarsträubend!

Monika Rüegger
Monika Rüegger
Nationalrätin Engelberg
 
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