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Editorial

Der Bundesrat muss Gottesdienste ab sofort möglich machen

Gerade in Krisenzeiten leidet oft die Seele. Deshalb ist es jetzt dringend an der Zeit, dass nicht nur Läden und Restaurants, sondern auch Kirchen ihre Tore wieder öffnen dürfen. Denn auch in unserer modernen Zeit bietet die Kirche vielen Menschen Halt, Geborgenheit und Trost.

In unserem Lande gibt es immer noch sehr viele Menschen die im Stillen für sich, oder in einer christlichen Gemeinschaft beten. Nebst dem Gebet für persönliche Sorgen und Freuden

ist nicht zu unterschätzen, welche Kraft diese Gebete auch für unser Land und unsere Gemeinschaft bedeuten. Vor allem jetzt, in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie die ganze Welt überzieht und uns klar aufzeigt, dass wir Menschen nicht alles im Griff haben.

Die Schweiz tut gut daran, auch zukünftig auf den Namen Gottes zu Vertrauen, auf die Bundesverfassung wie auch auf den Schweizerpsalm, der aufruft: «Betet, freie Schweizer, betet.»

Die Kirchen in unserem Land helfen mit, dass die Worte der Bibel auch in der heutigen Zeit verständlich gemacht und so Hoffnung, Kraft und Frieden für alle Menschen erlebbar werden.

Beim Besuch des Gottesdienstes ist die Gemeinschaft geeint. Gemeinsames Singen, Beten, Zuhören und auch das Gespräch danach, verbinden die Menschen und sind deshalb wertvoll. Denn diese Nähe gibt Geborgenheit und man fühlt sich zuhause, aufgenommen wie in einer Familie.

Durch das Corona bedingte Versammlungs- und Veranstaltungsverbot wurden in den letzten Wochen über Fernsehen und Internet vermehrt Predigten und Gottesdienste in die Stuben gesendet. Dies Ist zwar ein gangbarer Weg in dieser ausserordentlichen Lage, aber über längere Zeit kann ein «elektronischer» Gottesdienst die persönlichen Begegnungen und die Nähe nicht ersetzen, wie sie beim Besuch in der Kirche entstehen.

Der Auftrag und die Leistungen der Kirche sind nicht wie bei der Wirtschaft in Franken und Rappen messbar. Trotzdem lässt sich sagen, dass das Mittragen, das Teilen, die Anteilnahme an Sorgen und Nöten des Nächsten wie es die kirchliche Gemeinschaft und der Gottesdienst ermöglichen von unschätzbarem Wert sind.

Daher fordere ich den Bundesrat auf, Gottesdienste ab sofort wieder zu ermöglichen. Ebenso wie er Gespräche mit dem Tourismus und der Gastronomie geführt hat, um eine Lösung zu finden, so muss er nun auch dringend mit den Kirchenvertretern zusammensitzen und sehen, wie sie die Kirchen unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzmassnahmen wieder öffnen können. Da wo es zu wenig Platz hat, wäre es ja möglich zweimal Gottesdienst zu halten.

Eine gesunde Gesellschaft braucht nicht nur eine funktionierende Wirtschaft.  Ebenso wichtig sind offene Kirchen mit Gottesdiensten, wo Menschen wieder Kraft und Hoffnung schöpfen können.

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