Als Parteipräsident ist man viel unterwegs in der ganzen Schweiz. Ich muss eines feststellen: Das Stadt- und Landbild verändert sich – und zwar zum Schlechten.

Auch heute, als ich nach Graubünden gefahren bin, ist mir dieses Bild aufgefallen. Die Schweiz wächst und wächst und wächst. Die Dörfer verschwinden, die kleineren Familienhäuser werden geopfert. Dafür werden Wohnsilos hingestellt. Landauf, landab stehen Bauprofile, wie wir sie hier auf dem Plakat sehen. Wir rasen Richtung 10-Millionen-Schweiz.
Ich spreche heute zu Ihnen als Bürger, als Bauer, aber auch als Familienvater von drei schulpflichtigen Kindern. Und aus dieser Perspektive ist es noch viel verheerender, wohin die Schweiz steuert. Wir wollen diese negative Entwicklung abbremsen. Wir wollen ein Stück Heimat erhalten. Wir wollen unsere Kultur erhalten. Wir wollen unser wunderbares Land erhalten. Darum geht es bei der Nachhaltigkeits-Initiative. Um nichts weniger.
Pro Sekunde verschwindet ein Quadratmeter Landwirtschaftsfläche. Das sind pro Tag 86’400 Quadratmeter, die überbaut werden. Man muss sich diese Zahl veranschaulichen. 86’400 Quadratmeter Land pro Tag, das sind 8,6 Hektaren.
Alle 2 Tage wird ein Landwirtschaftsbetrieb wegbetoniert
Oder anders gesagt: Alle zwei Tage verschwindet ein durchschnittlicher Landwirtschaftsbetrieb, wie wir sie in meinem Heimatkanton Schwyz kennen. Nicht wegen Betriebsaufgabe, sondern weil die Grundlage fehlt. Es fehlt schlicht das Land zum Bewirtschaften, weil es überbaut wurde.
Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, dann ist in zehn Jahren der Kanton Schwyz überbaut. Aber nicht nur unsere schöne Landschaft verschwindet. Auch unsere Lebensgrundlage: Die Ernährungssicherheit nimmt dramatisch ab. Wir haben heute den tiefsten Selbstversorgungsgrad seit dem Zweiten Weltkrieg. Wir produzieren nur noch 50 Prozent der benötigten Lebensmittel in der Schweiz.
Der Iran-Krieg hat gerade wieder eine Diskussion ausgelöst: Was passiert mit unserer Energieversorgung? Was passiert, wenn plötzlich die Öl-Transportwege blockiert sind? Es gibt aber eine viel wichtigere Diskussion, meine Damen und Herren. Und diese Diskussion wird schon lange verdrängt: Was passiert eigentlich gerade mit unserer Ernährungssicherheit? Wir können nur noch jeden Zweiten im Land ernähren, weil die einheimische Landwirtschaft wegbetoniert wird.
Was passiert bei dieser Abhängigkeit von ausländischen Lebensmittel-Importen, wenn es in einem anderen Ort der Welt Krieg gibt? Wenn die Schiffe mit dem Getreide nicht mehr nach Europa und in die Schweiz kommen? Jetzt reden wir über Öl. Aber was passiert mit der Nahrung, wenn zu wenig Lebensmittel da sind?
Eine Million Zuwanderer in 12 Jahren
Wir müssen wieder Mass halten! Wenn jedes Jahr Tausende Hektaren Landwirtschaftsfläche verschwinden, aber 100’000 Menschen zusätzlich in die Schweiz gestopft werden, dann kommt es nicht gut. Es kann nicht so weitergehen mit dieser überbordenden Zuwanderung.
Mir macht diese Entwicklung auch als Familienvater Sorgen. Unser jüngstes Kind hat Jahrgang 2014. Seit es auf der Welt ist, hat die Schweiz um eine Million Zuwanderer zugenommen. Eine Million! Welche Perspektive geben wir unseren Kindern, wenn in zwölf Jahren eine Million Zuwanderer in unser kleines Land gestopft werden?
Wir sehen und spüren die negativen Folgen dieser masslosen Zuwanderung: Wohnungsnot, überfüllte Züge, verstopfte Strassen, überforderte Schulen. Ich erzähle Ihnen nichts Neues. Auch die Kriminalität hat stark zugenommen. Diese Woche wurden die neuesten Zahlen veröffentlicht. Und was erzählt uns das Schweizer Fernsehen? In der Tagesschau wird verbreitet, die Zahl der Straftaten gehe zurück, «die Schweiz wird sicherer».
Wie bitte? Die Vergewaltigungen haben nochmals zugenommen. 2023 hatten wir 839 Vergewaltigungen. 2025 waren es bereits 1402! Das ist eine Zunahme von 70 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Und dann hören wir in der Tagesschau: Die Schweiz wird sicherer. Das geht doch einfach nicht! Bei den schweren Straftaten gab es eine deutliche Zunahme: Mehr Tötungsdelikte! Mehr schwere Körperverletzungen! Mehr Raub! Mehr häusliche Gewalt!¹ Die schweren Verbrechen nehmen zu. Vielleicht werden zwei, drei Kaugummis weniger geklaut. Das kann ja sein. Aber das macht die Schweiz nicht sicherer.
Importierte Kriminalität und Gewalt
Und wir haben ein massives Problem mit der Ausländerkriminalität. 72 Prozent aller Gefängnisinsassen sind Nicht-Schweizer. Über die Hälfte der Tötungsdelikte und Vergewaltigungen werden von Ausländern begangen. 57 Prozent der schweren Körperverletzungen werden von Nicht-Schweizern begangen, 65 Prozent der Raubüberfälle. Wir haben hier ein importiertes Sicherheitsproblem. Auch hier setzt die Nachhaltigkeits-Initiative an: Wir wollen keine Asyl-Kriminellen im Land und wir wollen, dass kriminelle Ausländer subito ausgeschafft werden.
Wir spüren die masslose Zuwanderung im Alltag. Die Lebenskosten steigen, aber die Lebensqualität sinkt. Der Kuchen wurde zwar grösser, weil viel mehr Leute ins Land gekommen sind. Aber es sitzen jetzt auch viel mehr Leute am Tisch und wollen ein Stück von diesem Kuchen – und das einzelne Stück wird kleiner. Was noch dazukommt: Für den Einzelnen wird das Kuchenstück viel teurer. Die Wohnungen werden teurer, die Krankenkassenprämien steigen, die Preise steigen. Es müssen Milliarden investiert werden in die Infrastrukturen, in Schulen, Spitäler usw. Und wer bezahlt die Rechnung? Wir Schweizer Steuerzahler. Wir müssen die negativen Folgen der Zuwanderung ertragen – und dafür auch noch bezahlen.
Geschätzte SVP-Delegierte: Wir Schweizerinnen und Schweizer müssen uns wehren und am 14. Juni JA stimmen zur Nachhaltigkeits-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!». Damit auch künftige Generationen in Wohlstand und Frieden leben können und eine schöne Landschaft geniessen dürfen.
Es werden jährlich über 100’000 Zuwanderer zusätzlich in unser kleines Land gestopft. Aber wo? Ein Drittel der Landesfläche ist Wald und streng geschützt. Da bauen Sie überhaupt nichts. Ein weiteres Drittel sind Berge und unproduktive Flächen. Da bauen Sie auch nichts. Auf dem letzten Drittel, da geht die Post ab. Infrastruktur, Wohnungsbau, Schulen, Landwirtschaft, die auch noch die Bevölkerung ernähren sollte, das alles spielt sich auf dem letzten Drittel ab.
100’000 Zuwanderer brauchen hunderte Ärzte und über 2000 Pflegekräfte
Die Schweizer Bevölkerung wächst 16x schneller als in Deutschland, aber wir haben eine viel engere Topografie, wo wir überhaupt bauen können. Ein kleines Land wie die Schweiz erträgt das auf Dauer nicht. Und trotz der masslosen Zuwanderung wird über Fachkräftemangel gejammert. Ich habe die Zahlen nachgeschaut: Im Dezember 2007 wurden in der Schweiz 11’000 offene Stellen gemeldet. Im Dezember 2025 waren es 44’000. Obwohl 100’000 pro Jahr zusätzlich in die Schweiz kommen. Ich stelle eine Frage: Ab wann ist denn endlich genug? Wenn 200’000 pro Jahr kommen? Bei 300’000? 400’000? Diese Frage konnte mir noch niemand beantworten. Auch die abgehobenen Wirtschaftsverbände nicht.
Die überbordende Zuwanderung hat dazu geführt, dass wir noch viel mehr offene Stellen haben im Land. Das ist ja auch kein Wunder. Jeder braucht eine Wohnung, es braucht Schulhäuser und Schulklassen, jeder braucht Infrastruktur. Dafür holen wir dann wieder Zuwanderer. Auch die Spitäler kommen an den Anschlag. Mein Kanton Schwyz hat etwa 300 Spitalbetten. Aber 100’000 Zuwanderer brauchen 420 Spitalbetten, also mehr als der Kanton Schwyz Spitalbetten zur Verfügung hat. Diese 100’000 Zuwanderer brauchen fast 500 Ärzte und über 2000 Pflegekräfte. Die Zuwanderung treibt die Zuwanderung ins Unermessliche.
Kommen wir zum Asyl. Jedes Jahr strömen 25’000 bis 30’000 Asylanten in die Schweiz. 80 Prozent – ich wiederhole: 80 Prozent der Asylanten beziehen Sozialhilfe. Wir haben eine gigantische, kriminell organisierte Asyl-Zuwanderung in unseren Sozialstaat.
Wir haben 150’000 Arbeitslose. Die Hälfte sind Ausländer. Trotzdem holen wir noch mehr Leute in die Schweiz. Hier stimmt offensichtlich etwas nicht in unserem Land. Und zwar grundsätzlich: Es kommen zu viele und die Falschen.
Schweizer suchen Wohnung – Asylanten bekommen Wohnung
Ich habe es eingangs gesagt: Unsere jüngste Tochter ist 2014 auf die Welt gekommen. Seit 2014 gibt es einen Volksauftrag: Die Umsetzung der Masseneinwanderungs-Initiative. Ich sehe jedes Jahr wie meine Tochter älter wird – und der Volksauftrag ist immer noch nicht umgesetzt. Es gibt keine Steuerung der Zuwanderung. Es gibt keine Höchstzahlen und Kontingente. Nichts davon wurde umgesetzt. Wie soll ich denn einmal unseren Kindern erklären, wie die direkte Demokratie funktioniert?
Wenn die Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung sagt: Das ist der Weg, aber die Politiker im Bundeshaus sagen, das interessiert uns überhaupt nicht. Die Gleichen, die jetzt wegen der Nachhaltigkeits-Initiative herumlamentieren, haben die Masseneinwanderungs-Initiative sabotiert. Es kommen noch mehr in die Schweiz!
Und die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung leidet an den Folgen: Die Menschen kriegen fast keine Wohnung mehr, ausser wenn du Asyl sagst. Die Asyl-Schmarotzer können auf die Gemeinde gehen und dann muss die Gemeinde eine Wohnung suchen. Aber du als Steuerzahler in der gleichen Gemeinde und deine Kinder finden kaum eine bezahlbare Wohnung. Obwohl wir sehr viel mehr Wohnungen pro Jahr bauen.
Wir wollen eine lebenswerte Heimat
Es ist einfach zu viel. Es geht um eine vernünftige Zuwanderung. Mit dieser Initiative können wir immer noch jährlich 40’000 Fachkräfte in unser Land holen. Aber wir wollen nicht jedes Jahr 100’000. Sodass wir zu wenige Wohnungen haben, verstopfte Strassen und überfüllte Züge. Wir wollen unser Land nicht zubetonieren. Wir wollen eine langfristige, gesunde, nachhaltige Entwicklung für unsere kleine Schweiz. Wir wollen eine schöne und lebenswerte Heimat. Die masslose Zuwanderung muss gebremst werden. Dafür braucht es die Nachhaltigkeits-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» Und dafür braucht es den Einsatz von uns allen.
Liebe SVP-Familie, kämpfen wir gemeinsam für unsere Heimat: Damit die Schweiz Schweiz bleibt!