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Nein zum teuren Vaterschaftsurlaub!

Die Gewerkschaften wollen den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub an der Urne durchdrücken. Ich sage NEIN zum staatlichen Vaterschaftsurlaub. Dies ist jedoch kein NEIN zu den Familien. Wir schützen mit dem NEIN die Eigenverantwortung und unseren Sozialstaat.

Die Frage stellt sich uns allen: Wollen wir, dass uns immer weniger Geld zum Leben bleibt? Wollen wir, dass die Lohnabzüge von Arbeitnehmern immer weiter steigen? Nein, natürlich nicht! Die Corona-Krise demonstriert eindrücklich, dass unsere Löhne und unsere Arbeitsplätze keinesfalls garantiert sind: Die Wirtschaft ist um 8.2% eingebrochen. 50’000 Arbeitsplätze sind bereits verloren gegangen. Es ist zu befürchten, dass uns die grosse Entlassungs- und Konkurswelle aber erst noch bevorsteht.

Jetzt einen staatlichen Vaterschaftsurlaub zu schaffen, wäre absurd. Er würde insgesamt eine Milliarde Franken pro Jahr kosten. 230 Millionen Franken direkte Kosten, die wir alle mit höheren Lohnabzügen zahlen müssten, und rund 900 Millionen Franken Folgekosten in den Betrieben. KMU-Betriebe können das nicht stemmen. Denn in vielen Branchen sind die Margen heute schon tief. Zusätzlich fällt die Absenz eines Mitarbeiters ins Gewicht: Das bedeutet weniger Aufträge, tiefere Produktivität und zusätzliche Kosten, wenn ein Mitarbeiter ersetzt werden muss.

Vaterschaft ist keine Notlage!

Mit dem Vaterschaftsurlaub würden wir eine neue Sozialversicherung schaffen. Doch halt, wofür haben wir Sozialversicherungen in unserem Land eingeführt? Sozialversicherungen sollen Armut und echte Notlagen verhindern. Die AHV verhindert Altersarmut, die IV Armut infolge Arbeitsunfähigkeit und die Arbeitslosenversicherung schützt vor Notlagen infolge Jobverlust. Die Geburt eines Kindes jedoch löst gar keine Notlage aus! Im Gegenteil, sie ist die grösste Freude, die Eltern erleben können! Da können wir wohl erwarten, dass ein Vater zwei Wochen seiner Ferien bezieht, um bei der Familie zu sein. Die Gewerkschaften fordern trotzdem, dass die Allgemeinheit die Zeit finanziert, die ein Vater mit seinem Kind verbringt. Wir alle sollen mit Lohnabzügen die jungen, gesunden, fitten Männer finanzieren? Dies wären ein Tabubruch und eine Zweckentfremdung unseres Sozialversicherungssystems!

Wir und die nächsten Generationen stehen vor dem Kraftakt, die AHV und die IV zu sanieren. Infolge der Corona-Krise ist jetzt auch noch die Arbeitslosenversicherung mit vielen Milliarden Franken verschuldet. Die Politik hat dafür noch keine Lösung gefunden, gleichzeitig aber neue Sozialversicherungsausgaben beschlossen. Das ist verantwortungslose Politik. Mit einem NEIN zum Vaterschaftsurlaub schützen wir unsere bisherigen Sozialwerke.

Eltern müssen selber entscheiden

Familiengründung ist ein privater Entscheid. Die Aufteilung der Kinderbetreuung beruht auf einem eigenverantwortlichen Entscheid des Elternpaars. Hier hat der Staat nichts verloren. Darum ist die Zeit, die ein Vater mit seinem Kind verbringt, keinesfalls staatlich zu finanzieren. Väter müssen sich eigenverantwortlich um ihre Kinder kümmern. Was wären denn das für Väter, die nur dann präsent sind, wenn andere ihnen den Urlaub bezahlen? Auch ist die Aufgabe nicht mit zwei Wochen erledigt. Ein Vater muss sich mindestens 18 Jahre Zeit nehmen für seine Kinder. Dies soll er eigenverantwortlich tun.

Die gute Nachricht ist: Den Vaterschaftsurlaub gibt es bereits! Viele Unternehmen bieten Lösungen an, viele Branchen via Gesamtarbeitsverträge. Und das Gute daran ist, dass diese Unternehmen alle den Vaterschaftsurlaub zu 100% selber finanzieren. Diese Kosten sollen nicht auf die Allgemeinheit abgeschoben werden. Darum sage ich NEIN zum staatlichen Vaterschaftsurlaub!

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