Mitmachen
Referat
Medienkonferenz vom 21. April 2009

Kriterien für Leistungen in der Grundversicherung/Anerkennung von Diplomen von nicht ärztli. Heilern

Es geht nicht um einen Gegensatz Schul- und Alternativmedizin. Es geht um die Frage, welches Kriterium für den Einschluss von Leistungen in eine solidarisch finanzierte Grundversicherung gelten soll.

Ständerat Prof. Dr. med. Felix Gutzwiller, FDP, Zürich

 

Es geht nicht um einen Gegensatz Schul- und Alternativmedizin. Es geht um die Frage, welches Kriterium für den Einschluss von Leistungen in eine solidarisch finanzierte Grundversicherung gelten soll. Das zentrale Kriterium muss der Wirksamkeitsnachweis sein, auch für die Schulmedizin. Wenn der Wirksamkeitsnachweis erbracht ist, wie zum Beispiel bei der Akupunktur für bestimmte Indikationen, dann besteht auch kein Problem des Einschlusses in die Grundversicherung. Deshalb wird die Akupunktur nach wie vor vergütet. Sobald entsprechende Effizienznachweise da sind, können weitere Methoden zugelassen werden. Letztlich gilt es, die im Gesetz festgelegten Kriterien (Art. 32 KVG) zur Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit konsequent umzusetzen. Diese Kriterien müssen zudem mit dem Konzept der „Angemessenheit“ (im englischen Sprachraum appropriateness) ergänzt werden. Methoden sollen also dann vergütet werden, wenn sie nachweislich wirksam, kostengünstig und adäquat eingesetzt sind. Dies kann wie folgt illustriert werden: Moderne Bild gebende Methoden sind hoch innovativ. Nicht aber jeder heutige Einsatz kann als „angemessen“ gelten.

Klares Wirksamkeits- und Wirtschaftlichkeitskonzept nötig
In bestimmten Ländern geht die Entwicklung stark in diese Richtung: So gibt es etwa in England ein Institut namens NICE (National Institute for Health and Clinical Excellence). Im Gesundheitswesen werden nicht nur immer mehr Leistungen angeboten, sondern mit Blick auf die demographische Alterung werden die Grenzen zwischen einem Versicherungssystem für Krankheitsrisiken und einem Auffangbecken für sämtliche altersbezogenen Einschränkungen und Abbauvorgängen zunehmend verwischt. Deshalb braucht es ein klares Wirksamkeits- und Wirtschaftlichkeitskonzept für den Einschluss von Leistungen in der Grundversicherung. Alles Andere findet in der Zusatzversicherung seinen wohlverdienten Platz.

Offene Fragen der Anforderungen und des Inhalts der Ausbildung
Bisher wenig diskutiert ist neben der Forderung des Einschlusses von bestimmten Methoden in die Grundversicherung die Forderung nach der Anerkennung von nicht ärztlichen Diplomen. Diese Forderung, falls umgesetzt, hat aber ein beträchtliches Langzeitpotenzial. Die Schaffung von Berufsbildern in nicht ärztlichen Therapiebereichen, die je nach Zählart zumindest einige Dutzend ernstzunehmende „Kandidatenmethoden“ umfassen, wirft verschiedene Fragen auf: Wer definiert beispielsweise, was eine adäquate Ayurveda-Ausbildung ist, wer überprüft die Anforderungen an chinesische Medizin für nicht ärztliche Therapeuten/Therapeutinnen? Zudem übernimmt die öffentliche Hand mit der Anerkennung auch implizit eine Qualitätssicherungsaufgabe. Schliesslich wird zwar heute gesagt, dass diese Leistungen sicher nur in die Zusatzversicherung gehören. Einmal als Berufsbilder anerkannt, ist es unschwer vorstellbar, dass auch der Ruf nach einem Einschluss in die Grundversicherung von nicht ärztlichen Leistungen in diesem Bereich erschallen würde.

Artikel teilen
Themen
mehr zum Thema
Vernehmlassung
Artikel teilen
14.12.2018
Die SVP Schweiz kann die Anpassung des Vertriebsanteils nach Artikel 38 KLV in der vorliegenden Form nicht... mehr lesen
Vernehmlassung
Artikel teilen
14.12.2018
Die SVP Schweiz kann dem Paket 1 der Massnahmen zur Kostendämpfung in Teilen und mit konkreten Anpassungsvorschlägen... mehr lesen
Vernehmlassung
Artikel teilen
15.11.2018
Die SVP Schweiz lehnt die Einführung einer Betreuungsentschädigung ab. Sie dehnt den Sozialstaat auf einen Bereich aus,... mehr lesen
weiterlesen
Themen & Standpunkte
Aussenpolitik

Unabhängigkeit und Selbstbestimmung

Finanzpolitik

Mehr dem Mittelstand, weniger dem Staat

Landwirtschaftspolitik

Für eine einheimische Produktion

Religionen

Zu unseren Werten stehen

Asylpolitik

Asylchaos endlich beenden

Kulturpolitik

Kultur ist Sache der Kultur

Bildungspolitik

Praxisorientierte Bildung statt Reformhektik

Bürger & Staat

Bedrohte Freiheit verteidigen

Ausländerpolitik

Zuwanderung begrenzen

Social Media
Besuchen Sie uns bei:
Oder öffnen Sie unsere Social Pinwand. Alle Posts und Bilder auf einer Seite.
Newsletter
Wenn Sie regelmässig über die SVP und unsere Arbeit informiert werden wollen, abonnieren Sie hier unseren Newsletter.
Schweizerische Volkspartei SVP, Generalsekretariat, Postfach, 3001 Bern
Tel. 031 300 58 58 – Fax 031 300 58 59 – E-Mail: info@svp.ch – PC: 30-8828-5

Diese Seite per E-Mail weiterempfehlen


Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten und Zugriffe auf unsere Webseite analysieren zu können. Ausserdem geben wir Informationen zur Nutzung unserer Webseite an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen
Ich bin einverstanden